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Viktoria-Kaserne: Ein Haus als Gegengewicht

Rundgang mit Dipl.-Ing. Kristina Sassenscheidt
06. November 2017 (18.30 Uhr - 21.00 Uhr)

Manchmal gelingt es, ein Stück Stadt zurückzugewinnen, es vor dem Zugriff der Investoren, aber auch den Phantasien der Stadtplaner zu schützen. Oftmals sind es Künstler und Kreative, die einen solchen Prozess in Gang setzen. Wie im Falle des Gängeviertels, das 2009 von Künstlern besetzt und vor dem Abriss bewahrt wurde. Auch die Victoria-Kaserne ist ein solches Projekt, das aus der Forderung nach mehr „Recht auf Stadt“ hervorgegangen ist.

Alles begann mit der Zwischennutzung des Frappant-Komplexes an der Großen Bergstraße in Altona-Altstadt für Ausstellungen und Ateliers. Das 1973 errichtete Gebäude konnte spätestens seit dem Wegzug von Karstadt Anfang der Nullerjahre mit modernen Einkaufszentren und dem Mercado im benachbarten Ottensen nicht mehr konkurrieren. 2009 sollte die erste innerstädtische IKEA-Filiale dort angesiedelt werden.

Zwar konnte der Abriss des Frappant-Komplexes nicht abgewendet werden, doch erstritten die Aktivisten ein Ausweichquartier, das ihnen von der Stadt 2010 tatsächlich angeboten wurde: die schon seit den 1980er Jahren weitgehend leerstehende Viktoria-Kaserne in unmittelbarer Nachbarschaft. Mittlerweile hat die 2013 gegründete Genossenschaft den wilhelminischen Backsteinbau erworben. Rund 200 Künstler und Kreative, aber auch Handwerk, Kleingewerbe, Sozial- und Bildungsinitiativen werden hier eine feste Bleibe finden – kurz: all diejenigen, die die stetig steigenden Mieten nicht mehr tragen können.

Wir wollen die Viktoria-Kaserne besuchen, auf einem Rundgang verschiedene Bewohner treffen und anschließend mit dem Autor von „Gentrifidingsbums oder Eine Stadt für alle“ und „Recht auf Stadt“-Aktivisten Christoph Twickel und der Spendenbeauftragten Kristina Sassenscheidt über die sozialen, wirtschaftlichen und auch denkmalpflegerischen Aspekte sprechen.

RUNDGANG Die ehemalige Viktoria-Kaserne: Ein Haus als Gegengewicht
LEITUNG
Dipl.-Ing. Kristina Sassenscheidt
MODERATION Dr. des. Veronika Schöne
TERMIN Montag, 6. November 2017, 18.30 bis 21.00 Uhr
KOSTENBEITRAG 22 Euro inkl. Eintritt, Studierende bis 30 Jahre 18 Euro, Zuzahlung für Nichtmitglieder 5 Euro

Dipl.-Ing. Kristina  Sassenscheidt
Dipl.-Ing. Kristina Sassenscheidt
1998–2005 Studium der Architektur an der Technischen Universität Berlin. 2005-07 Projektarbeit in Medien- und Eventagenturen, 2007-14 Aufbau des Referats für Öffentlichkeitsarbeit im Denkmalschutzamt der Freien und Hansestadt Hamburg. Seit 2016 verantwortlich für Fundraising und Öffentlichkeitsarbeit in der Genossenschaft fux eG. Ehrenamtlich u. a. Engagement im „Gängeviertel“; Gründung der Internetplattform Leerstandsmelder.de. Seit 2014 Mitglied im Vorstand des Denkmalvereins Hamburg, seit 2016 als Vorsitzende.