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„Geniale Dilletanten“. Subkultur der 1980er-Jahre in Deutschland

Dennis Conrad, M. A.
06. März 2016 (14.00 Uhr - 15.30 Uhr)

Sie sind wieder schwer in Mode, die Achtziger. Doch was unter ästhetischen Gesichtspunkten häufig nur ein gedehntes Seufzen hervorruft, erweist sich bei näherem Hinschauen als kleine Kulturrevolution. „‚Geniale Dilletanten‘ – Subkultur der 1980er-Jahre in Deutschland“ im Museum für Kunst und Gewerbe wirft einen tiefen Blick in die Eingeweide einer Epoche, die dem hedonistischen Dilettantismus gefrönt hat: „Das Leben ist ernst genug, man muss es nicht auch noch Ernst nehmen.“

So gar nicht klangvoll waren die Namen der Bands, die sich gegen betuliche Bürgerlichkeit, aber auch gegen die pathetische Politkultur der Siebziger wandten. „Einstürzende Neubauten“ und „Die Tödliche Doris“, „Deutsch Amerikanische Freundschaft (D.A.F.)“ und „Freiwillige Selbstkontrolle (F.S.K.)“, aber auch die Ostberliner Band „Ornament und Verbrechen“ sangen und schrieen mit sarkastisch-sperrigen, dadaistischen, deutschsprachigen Texten und einer experimentellen Mischung aus Minimal-, Electro- und Industrial-Klängen gegen Normalität und Konsens an – oftmals mehr Lärm als Rock und mehr Performance als Musik.

„Geniale Dilletanten“ – der Titel des legendären Festivals im Berliner Tempodrom 1981 erneuert nicht nur das alte Versprechen eines Künstlertums ohne Können, sondern verulkt mit der bewusst falschen Schreibweise die selbsternannten Genies als kaffeeklatschende Tanten. Die vom Goethe-Institut konzipierte Ausstellung wurde für die Präsentation in Hamburg maßgeblich erweitert. Sie erzählt anhand von über 250 Exponaten, wie sich die parallelen Entwicklungen in Kunst, Film, Mode und Design gegenseitig beeinflusst haben. Dennis Conrad, der die Schau in Hamburg eingerichtet hat, wird uns auf eine Zeitreise in die 1980er Jahre mitnehmen.


FÜHRUNG „Geniale Dilletanten“. Subkultur der 1980er-Jahre in Deutschland
LEITUNG Dennis Conrad, M. A.
TERMIN Sonntag, 6. März 2016, 14 bis 15.30 Uhr
ORT Museum für Kunst und Gewerbe
KOSTENBEITRAG 18 Euro, ermäßigt 15 Euro, Zuzahlung für Nicht-Mitglieder 3 Euro (inkl. Eintritt)

 Dennis Conrad, M. A.
Dennis Conrad, M. A.
Studium der Kunstgeschichte und Filmwissenschaft in Marburg. Wissenschaftliches Volontariat im Städel Museum in Frankfurt a. M.; seit 2008 Referent der Direktion am Museum für Kunst und Gewerbe, seit 2013 Leiter der Stabsstelle Kooperationen. Als Projektleiter war er u. a. verantwortlich für die Ausstellungen „Porträts in Serie“, „Pixar – 25 Years of Animation“, „Comicleben – Comiclife“ und „Krieg und Propaganda 14/18“.