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Licht und Schatten: Viviane Sassen und Andreas Mühe

Führung mit Ulrich Rüter, M. A.
01. Juni 2017 (18.30 Uhr - 20.00 Uhr)

Schattig, kontrastreich, ja in mancher Hinsicht sogar ein wenig düster geht es in den Arbeiten zweier Photographen zu, die aktuell im Haus der Photographie zu sehen sind: Viviane Sassen (*1972) und Andreas Mühe (*1979). Sassen versteht es, durch Licht- und Schattenspiel ihren Modephotographien eine persönliche, expressive und emotionale Sprache zu verleihen. Das Spiel mit dem Helldunkel zeichnet ihre Arbeiten ebenso aus wie klare Farbkontraste und der Bruch zwischen Realismus und Abstraktion. Mit diesen Mitteln treibt sie die Modephotographien in fast surreal anmutende Arrangements hinein und ist damit in der werblichen Modewelt daher fast ein Exot – und gleichzeitig ein gefeierter Star.

Nun zeigt sie in Hamburg unter dem programmatischen Titel „UMBRA“ ihre wohl persönlichsten Arbeiten. Sie sind keiner Darstellungsabsicht verpflichtet, wollen weder dokumentieren noch werben, sondern sind fast gänzlich abstrakt. Als hätte Sassen in den gezeigten Reihen ihre Stilmittel extrapoliert und würde sie nun sorgfältig einzeln überprüfen, beschäftigen sich die Arbeiten explizit mit Schatten, Dunkelheit und Farbe, die sie intellektuell in ihrem Bedeutungshorizont reflektiert und sich dabei explizit an der modernen Kunst orientiert und mit Installationen, Lichtprojektionen, Video und Zeichnungen auch deren Formate nutzt.

Andreas Mühes Abeiten zeichnen sich ebenfalls durch eine enigmatische Dunkelheit aus, die aber – ganz anders als Sassens – jeglicher Surrealität entbehren. Wo Sassens Photographien oftmals leicht und unbeschwert mit Surrealität und Alogik spielen, legt sich bei Mühe das Dunkel fast metaphorisch über seine Bilder und schafft geradezu düstere Deutschlandbilder. Auf den Spuren des deutschen (Un-) Wesens zeigt die Ausstellung unter dem sprechenden Titel „Pathos als Distanz“ historisch und politisch brisante Themen und Motive auf – wie etwa den Obersalzberg oder die DDR-Oberen – aber auch landestypische Klischees – etwa die Jagd oder die Romantik.

Ulrich Rüter wird uns durch beide Ausstellungen führen und mit uns über das für beide so unterschiedlichen Positionen zentrale Spiel mit Licht und Finsternis sprechen.  

FÜHRUNG Licht und Schatten: Viviane Sassen und Andreas Mühe
LEITUNG Ulrich Rüter
ORT Haus der Photographie - Deichtorhallen Hamburg
TERMIN Donerstag, 1. Juni, 18.30 bis 20 Uhr
KOSTENBEITRAG 18 Euro, Studierende bis 30 Jahre 15 Euro, Zuzahlung für Nichtmitglieder 3 Euro

 Ulrich Rüter, M. A.
Ulrich Rüter, M. A.
Photohistoriker; Studium der Kunstgeschichte in Hamburg und Wien. Er arbeitete für verschiedene Museen, zuletzt als Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Sammlung Fotografie der Kunstbibliothek Berlin. Seit 2013 freier Kurator und Dozent in Hamburg.