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Ein Haus und seine Gesellschaft. Die wechselvolle Geschichte des Gebäudes der Patriotischen Gesellschaft

Führung mit Dr. Jörg Schilling
17. Mai 2015 (11.00 Uhr - 12.30 Uhr)

Die Geschichte der „Patriotischen Gesellschaft von 1765“, die im Jahr 2015 ihr 250-jähriges Bestehen feiert, ist ohne die wechselvolle Geschichte ihres Hauses nicht denkbar. Als eines der bedeutendsten Baudenkmäler Hamburgs befindet es sich im Stadtzentrum an der Trostbrücke – dort, wo fast 600 Jahre lang das Hamburger Rathaus stand, bis es zur Eindämmung des Feuers während des Großen Brandes im Mai 1842 gesprengt werden musste.

Das 1845 bis 1847 von Theodor Bülau errichtete, neogotisch gestaltete Gebäude war schon zur Erbauungszeit umstritten. Bis in die Gegenwart wird die Rezeption durch den Widerspruch zwischen dem dunklen, burgähnlichen Aussehen des Hauses einerseits und den der Aufklärung verpflichteten Idealen und Zielen der Gesellschaft andererseits geprägt. Noch im Laufe des 19. Jahrhunderts kam es zu ersten Umbauten – von 1859 bis 1897 tagte hier die Hamburger Bürgerschaft. 1923 wurde das Haus unter Denkmalschutz gestellt, nicht zuletzt um der Aufstockung mit Innenumbau für die Nutzungszwecke des Übersee-Clubs durch die Büros Klophaus & Schoch sowie Dyrssen & Averhoff gewisse Grenzen aufzuzeigen. Ständige Unterhalts- und Rentabilitätsprobleme sorgten für das unrühmliche Kapitel der Hausnutzung im Dritten Reich. Schwer kriegszerstört wurde das Gebäude schließlich bis 1957 durch Friedrich R. Ostermeyer im biederen Charakter der Adenauerzeit wiederaufgebaut.

Seit den 1980er Jahren gab immer wieder Pläne zu Erweiterungen und Aufstockungen. Zum Jubiläum der Gesellschaft wird ein wichtiger Abschnitt der umfassenden, in Abstimmung mit dem Denkmalschutzamt von Joachim Reinig durchgeführten Haussanierung abgeschlossen sein.

Die Führung durch das Haus schöpft aus einer durch den Referenten 2014 erfolgten wissenschaftlichen Untersuchung zur Baugeschichte.

Eine Veranstaltung im Rahmen des 8. Hamburger Architektur Sommers 2015 (www.architektursommer.de)

FÜHRUNG Dr. Jörg Schilling
TERMIN Sonntag, 17. Mai 2015, 11 bis 12.30 Uhr
KOSTENBEITRAG 12 Euro
Anmeldung erforderlich

Dr. Jörg Schilling
Dr. Jörg Schilling
Dr. phil., Kunsthistoriker, Lehrbeauftragter am Kunsthistorischen Seminar der Universität Hamburg, Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Martin-Elsaesser-Stiftung. Forschungsschwerpunkte: Kultur- und Architekturgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts.