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Künstlerhäuser in Norddeutschland IV: Franz Radziwill Haus in Dangast und Landesmuseum Oldenburg

Tagesfahrt mit Dorith Will, M. A.
22. August 2015

„Kein Bild von mir ist ohne Dangast möglich. Hier habe ich einen Himmel und sehe die seltsamsten Wolkenbildungen. Ich habe das Meer und den Wechsel der Gezeiten … Flugzeuge sausen hoch über mich hin und an Wintertagen geistert das Nordlicht am Himmel.“

Im Jahr 1923 ließ sich Franz Radziwill (1895–1983) auf Anraten seines Malerfreundes Karl Schmidt-Rottluff in dem kleinen, von Landwirtschaft und Fischerei geprägten Ort am Jadebusen nieder. Die „Brücke“-Künstler Schmidt-Rottluff und Heckel hatten das Dorf bereits vor dem Ersten Weltkrieg als Rückzugsort und Inspirationsquelle entdeckt und zu ihrer künstlerischen Wahlheimat gemacht.

Radziwills Wohnhaus, ein von dem gelernten Maurer und Architekten eigenhändig um- und ausgebautes ehemaliges Fischerhaus, hat sich bis heute nahezu unverändert erhalten, einschließlich der des liebevoll mit Malereien verzierten Mobiliars und des Ateliers. Hier entstand ein Großteil des Werks dieses autodidaktischen Einzelgängers, der Mitte der 1920er Jahre von den expressionistischen Anfängen zu seinem unverwechselbaren „Magischen Realismus“ – einer Spielart der „Neuen Sachlichkeit“ – fand. Begeistert von der altdeutschen und niederländischen Malerei schuf er fortan seine traumartig-phantastischen, häufig mit apokalyptischen Motiven durchsetzten Landschaften in kräftig leuchtenden Farben. Als Motive dienten ihm u. a. das Schöpfwerk Petershörn und das alte Kurhaus, das wir auf Radziwills Spuren ebenfalls besuchen werden.

Zum Auftakt unserer Tagesfahrt lernen wir das Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg kennen. Das Prinzenpalais präsentiert neben dem deutschen Impressionismus und dem Expressionismus der „Brücke“-Maler die bedeutendste öffentliche Radziwill-Sammlung Deutschlands und bietet damit einen umfassenden Einstieg in seine Kunst.

LEITUNG Dorith Will, M. A.
TERMIN Samstag, 22. August 2015
KOSTENBEITRAG 98 Euro, Zuzahlung für Nicht-Mitglieder 20 Euro
LEISTUNGEN Fahrt mit dem Reisebus ab/an Hamburg, Eintritte, Führungen, Reiseleitung
Anmeldung erforderlich

 Dorith Will, M. A.
Dorith Will, M. A.
Studium der Kunstgeschichte, Philosophie und Literaturwissenschaft in Hamburg und Florenz. Seit 2000 als freie Mitarbeiterin in der Hamburger Kunsthalle tätig. Schwerpunkte sind neben der Kunstgeschichte vor den Originalen die Entwicklung der Kunst seit 1960 und deren Materialaspekte sowie ästhetische Fragestellungen.