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Hässlich, aber innovativ? Steilshoop entdecken – ein Rundgang zur Geschichte und Architektur der Großsiedlung

Stadtrundgang mit Dr. Sylvia Necker
17. Oktober 2015 (10.00 Uhr - 13.30 Uhr)

Man zeigt gerne auf die Plattenbausiedlungen des Ostens und schimpft sie als Bausünden, die aus dem Geist ökonomischer Normierung entstanden seien. Zur Bekämpfung der Wohnungsnot baute die DDR bis 1989 stetig an Großsiedlungsprojekten, in denen Familien ihr neues Zuhause finden sollten.

Auch hierzulande gab es seit den 1970er Jahren Großsiedlungsprojekte, die mit den Hoffnungen auf soziale Gerechtigkeit und neue, partizipative Wohnformen verbunden waren. Hamburg realisierte zahlreiche Projekte, mit denen Stadtplaner urbanes Lebensgefühl auch in die Randbezirke bringen wollten. Steilshoop, Mümmelmannsberg, Kirchdorf-Süd oder Osdorfer Born stehen für dieses Leitbild der „Urbanität durch Dichte“. Doch heute werden sie als Betonwüsten und unwirtliche Wohnburgen geschmäht, und es gibt nur wenige, die sie besuchen.

Auf einem ausführlichen Rundgang wollen wir nun genau dies tun: Wir werfen am Beispiel Steilshoops einen Blick auf die städtebauliche Konzeption einer Großsiedlung (nominell muss diese für mindestens 8.000 Einwohner ausgelegt sein) und auf die Architektur, die keineswegs nur grau und klotzig ist, sondern durchaus mit gestalterischen Raffinessen aufwartet. Dabei erschließt sich auch die soziale Entwicklung der Siedlung, für die 1968 der Grundstein gelegt wurde und die in drei Jahren ihr 50-jähriges Bestehen feiert.

Vor Ort diskutieren wir auch mit den Anwohnern die Chancen und Schwierigkeiten, die mit der Idee, auf wenigen Quadratkilometern eine städtische Dichte zu erzeugen, verbunden sind. Außerdem wollen wir Steilshoop mit anderen Großsiedlungen in Europa vergleichen. Und schließlich soll es auch um die Zukunft der Siedlung gehen: Welche stadtteilpolitischen und stadtplanerischen Ziele werden zurzeit verfolgt? Welche Probleme können mit welchen Mitteln gelöst werden?

LEITUNG Dr. Sylvia Necker
BEGLEITUNG Veronika Schöne, M. A.
TERMIN Samstag, 17. Oktober 2015, 10 bis 13.30 Uhr
KOSTENBEITRAG 29 Euro, Studierende bis 30 Jahre 22 Euro, Zuzahlung für Nicht-Mitglieder 5 Euro
Anmeldung erforderlich

Dr.  Sylvia Necker
Dr. Sylvia Necker
Sylvia Necker hat Geschichte, Soziologie, Politikwissenschaften und Kunstgeschichte in Hamburg studiert. Nach beruflichen Stationen in Hamburg und Kiel sowie am Leibniz-Institut für Regionalentwicklung und Strukturplanung in Erkner seit 2014 Kuratorin und Wissenschaftliche Mitarbeiterin der Dokumentation Obersalzberg in Berchtesgaden. Dissertation über das Hamburger Architekturbüro Gutschow; Ausstellungen, Vorträge, Führungen und Seminare zur Architektur- und Stadtgeschichte sowie zur jüdischen Geschichte.