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Wuppertal: Degas & Rodin. Giganten der Moderne

Tagesfahrt mit Florian Britsch und Dr. Alice Gudera
31. Januar 2017

Erstmals stehen sich Werke von Edgar Degas (1834–1917) und Auguste Rodin (1840–1917) in einer Ausstellung gegenüber. Beide kannten und schätzten sich, verfolgten intensiv die Arbeit des anderen und tauschten sich aus. Sie haben auf den ersten Blick nicht viel gemeinsam, doch bei näherem Hinsehen offenbaren sich strukturelle Ähnlichkeiten und vergleichbare Bestrebungen.

Im Zentrum beider Werke steht der Mensch – zumeist in Bewegung, antiakademisch und völlig neu gesehen. Rodin schuf Figuren in unklassischer Haltung, ohne Gewand und Attribute. Losgelöst von der illusionistischen Wiedergabe werden sie zum zeitlosen Ausdruck des Menschseins. Seine Skulpturen, die den Arbeitsprozess sichtbar lassen und teils fragmentarische Figuren zeigen, haben ihn zu einem der bedeutendsten Bildhauer der frühen Moderne gemacht. Immer wieder hat man seine Werke als impressionistisch umschrieben und so versucht, dem unmittelbaren Eindruck, der Präsenz des Dargestellten gerecht zu werden.

Als künstlerische Umsetzung menschlicher Bewegungen äußern sich die Figuren Degas‘. Bei seinen Studien von Tänzerinnen interessierten ihn die Bewegungsabläufe jenseits des Bühnenauftritts, die natürlichen, unkontrollierten Haltungen und die sich wiederholenden Übungen. Für die kühnen Perspektiven und Anschnitte gab ihm der japanische Farbholzschnitt wesentliche Impulse. Im Spätwerk rückt Degas einzelne Figuren näher heran und bringt die Bewegung über die malerische Oberfläche zum Ausdruck. So scheinen die farbigen Strukturen – ähnlich wie bei Rodin das bildhauerische Material – zu vibrieren und Lebendigkeit zu suggerieren. Beide, Degas wie Rodin, suchten in ihrem jeweiligen Medium einen künstlerischen Ausdruck von wiederkehrenden Aspekten menschlichen Daseins in flüchtigen Augenblicken – bei allem, was sie trennt.

LEITUNG Dr. Alice Gudera
BEGLEITUNG Florian Britsch
TERMIN Dienstag, 31. Januar 2017
KOSTENBEITRAG 139 Euro, Zuzahlung für Nichtmitglieder 20 Euro
Leistungen Fahrt mit der Deutschen Bahn 2. Klasse ab/an Hamburg inkl. Reservierung, Eintritt, Führung, Reiseleitung
Anmeldung erforderlich

Dr.  Alice  Gudera
Dr. Alice Gudera
Studium der Kunstgeschichte und Anglistik in Bochum und Berlin, Promotion über ein Hauptwerk der mittelalterlichen Goldschmiedekunst. Mitarbeit an Ausstellungen, Publikationen über mittelalterliche Kunst sowie Malerei des 19. und 20. Jahrhunderts. Freie Mitarbeiterin der Kunsthalle Bremen und der Freunde der Kunsthalle.
 Florian Britsch, M. A.
Florian Britsch, M. A.
Studium der Kunstgeschichte, Germanistik und Geschichte in Hamburg. Fachgebiete: Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts. Als Mitarbeiter der Freunde der Kunsthalle zuständig für das Veranstaltungsprogramm. Veröffentlichungen zur Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts; Lehrauftrag an der Hochschule für Musik und Theater / Theaterakademie Hamburg.