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#2255

Das Haus Michaelsen von Karl Schneider und das Puppenmuseum Falkenstein

Exkursion mit Dr. Rüdiger Joppien
22. April 2017 (14.00 Uhr - 16.00 Uhr)
ausgebucht

Hoch über dem Falkensteiner Elbufer steht Hamburgs eindrucksvollstes Landhaus aus den Zwanziger Jahren. Die weiß geschlämmte Villa mit ihren kubischen, collageartig zusammengesetzten Grundformen und gebogenen Panoramascheiben, von Karl Schneider (1892–1945) 1923 für das Ehepaar Michaelsen errichtet, gehört zu den architektonischen Kostbarkeiten der Hansestadt.

Seinem Architekten trug dieses Schlüsselwerk des „Neuen Bauens“ frühen Ruhm ein. Doch 1933 wurde Schneider, inzwischen Professor an der Landeskunstschule, von den Nationalsozialisten als „Kulturbolschewist“ aus dem Amt vertrieben; 1938 folgte er seiner jüdischen Lebenspartnerin, der Photographin Ursula Wolff, ins Exil nach Chicago. Das Haus wurde 1955 an den Verleger Axel Springer verkauft. In den darauffolgenden Jahrzehnten verfiel es zusehends. 1980 schenkte Springer es der Stadt, und wenn die Galeristin Elke Dröscher das Gebäude 1985 nicht wiederentdeckt, gepachtet und auf eigene Kosten renoviert hätte, stünde eines der bedeutendsten Architekturdenkmäler Hamburgs heute nicht mehr.

So jedoch ist das Haus Michaelsen seit 1986 wieder als herausragendes Zeugnis des Neuen Bauens erlebbar. Es beherbergt überdies Elke Dröschers Galerie Kunstraum Falkenstein sowie ihr privates Puppenmuseum Falkenstein, dessen Sammlung von über 500 Puppen, 60 Puppenhäusern sowie historischen Kinderbildnissen nicht nur einen nostalgischen Einblick in vergangene Miniaturwelten gewährt. Die originalgetreuen Abbilder bürgerlicher Wohnkultur sind vielmehr zugleich ein faszinierendes Dokument europäischer Kulturgeschichte vom ausgehenden 18. bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts.

Die Hausherrin Elke Dröscher wird uns bei unserem Besuch persönlich begrüßen.

LEITUNG Dr. Rüdiger Joppien
TERMIN Samstag, 22. April 2017, 14 bis 16 Uhr
KOSTENBEITRAG 15 Euro, Studierende bis 30 Jahre 12 Euro, Zuzahlung für Nichtmitglieder 3 Euro
Anmeldung erforderlich

Dr. Rüdiger Joppien
Dr. Rüdiger Joppien
von 1987 bis 2011 Leiter der Abteilung Jugendstil und Moderne am Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg. Seit 2009 Honorarprofessor am Kunsthistorischen Seminar der Universität Hamburg.