Toggle Menu

Düsseldorf: Cranach & Werkstatt. Zur Ausstellung „Cranach. Meister – Marke – Moderne“ im Museum Kunstpalast

Tagesfahrt mit Dr. Karoline Künkler
19. Juli 2017

Cranach boomt – das bezeugen etliche Ausstellungen im Rahmen der Luther-Dekade, die am 31. Oktober 2017, dem 500. Jahrestag des legendenhaften Thesenanschlags, endet. Im Zentrum steht auch in der aktuellen Düsseldorfer Ausstellung Lucas Cranach d. Ä. (1472–1553), Freund und Anhänger Luthers, und speziell seine lukrative Malerwerkstatt, die Sohn Lucas Cranach d. J. später übernahm.

Rund 200 Werke aus renommierten Sammlungen – etwa die St. Petersburger „Venus“ und die New Yorker „Judith“ – veranschaulichen en passant Ergebnisse des Forschungsprojekts „Cranach Digital Archive“. Im Fokus: Strategien zur Ökonomisierung der Tafelbildproduktion, die Cranach d. Ä. entwickelte, indem er schnellere Maltechniken und standardisierte Arbeitsabläufe ersann, Motiv-Vorlagen sowie Schablonen einsetzte, um das Kopieren und Variieren zu erleichtern. Sein Optimierungsdrang trug dem Meister Geld, Ruhm sowie die Grabinschrift „schnellster Maler“ ein – und verhalf der Reformation zum Erfolg. Der Hofkünstler Cranach, fürstlichen wie altgläubigen Auftraggebern dienlich, brachte reformatorische Flugblätter und Schriften Luthers heraus und prägte das Luther-Bild der zeitgenössischen Öffentlichkeit sowie künftiger Generationen, da allein er das Privileg besaß, den führenden Reformator zu porträtieren.

Angesichts der Sonderausstellung, die den Cranach-Exponaten zahlreiche Vergleichswerke gegenüberstellt, wollen wir in zwei Richtungen fragen: In welchem Verhältnis steht die Kunst Cranachs d. Ä. zu der seiner Zeitgenossen Dürer und Grünewald, der „Doppelspitze der deutschen Renaissance“ in traditioneller Lesart? Und: Worauf bezieht sich die jüngere Cranach-Rezeption, was hat z. B. Warhol für seine Siebdruck-Serien, seine „Factory“ übernommen, oder: Was offenbart die Begriffskette „Meister – Marke – Moderne“?

LEITUNG Dr. Karoline Künkler
BEGLEITUNG Florian Britsch, M. A.
TERMIN Mittwoch, 19. Juli 2017
KOSTENBEITRAG 112 Euro, Zuzahlung für Nicht-Mitglieder 20 Euro
LEISTUNGEN Fahrt mit der Deutschen Bahn, 2. Klasse ab/an Hamburg inkl. Reservierung, öfftl. Verkehrsmittel, Eintritt, Reiseleitung
Anmeldung erforderlich

Dr. Karoline Künkler
Dr. Karoline Künkler
Studium der Bildenden Kunst, Kunstgeschichte, Kunstsoziologie, Erziehungswissenschaften und Germanistik an der Kunstakademie sowie der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, dort Promotion mit der Dissertation „Aus den Dunkelkammern der Moderne. Destruktivität und Geschlecht in der Bildenden Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts“ (erschienen 2012). Dozentin und Autorin für Kunstgeschichte, Lehraufträge an den Universitäten Oldenburg und Düsseldorf.