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Berlin und Wolfsburg: Inszenierte Räume – Zwischen Gesamtkunstwerk und zeitgenössischer Installation

Tagesfahrt mit Florian Britsch und Dr. des. Veronika Schöne
26. August 2017
abgesagt

Kunst ist raumgreifend. Schon Richard Wagner hat mit seiner Idee vom Gesamtkunstwerk die Gattungsgrenzen überschritten. Raumgreifend ist auch die Skulptur, die sich im Lauf der Geschichte immer wieder zu erzählerischen Szenen erweitert hat. Einen echten Paradigmenwechsel markiert jedoch die Installationskunst, die nach dem Zweiten Weltkrieg entstand. In den späten 1950er-Jahren entwickelten sich aus der Performancekunst die Environments, inszenierte Räume, die ein wenig wie verlassene Kulissen aussehen.

Von den frühen Environments spannt nun eine Ausstellung im Hamburger Bahnhof mit Werken u. a. von Allan Kaprow, Joseph Beuys, Stan Douglas, Edward Kienholz, Bruce Nauman, Pipilotti Rist und Gregor Schneider den Bogen bis in die Gegenwart. Sound- und Videoinstallationen sind darunter, theaterähnliche Kulissen und raumgreifende Arrangements von Dingen und Materialien. Gemeinsam ist ihnen, dass die Erzählung in alle Richtungen geht und alles andere als linear und geschlossen ist. „moving is in every direction“ lautet konsequenterweise der Titel der Ausstellung, die anhand von über 50 Beispielen die Geschichte dieser außerordentlich verbreiteten Kunstform entfaltet.

Beginnen wollen wir den Tag im Bode-Museum, dem auch eine Art Gesamtkunstwerksgedanke zugrunde liegt: Alle Gattungen werden gemeinsam in historisch rekonstruierten Räumen präsentiert, um den ursprünglichen Kontext sichtbar zu machen. Und zum Abschluss geht es ins Kunstmuseum Wolfsburg, wo der belgische Multimediakünstler Hans Op de Beeck inszenierte Räume und modellhafte Miniaturen mittels Sound und Video atmosphärisch verdichtet. Das Besondere: Op de Beecks Retrospektive ist selbst als Gesamtkunstwerk, als gigantische Meta-Installation angelegt und bildet damit den idealen Ausklang für unsere Reise durch inszenierte Räume.

LEITUNG Dr. des. Veronika Schöne, Florian Britsch, M. A.
TERMIN Samstag, 26. August 2017
KOSTENBEITRAG 119 Euro, Zuzahlung für Nicht-Mitglieder 20 Euro
LEISTUNGEN Fahrt mit der Deutschen Bahn, 2. Klasse ab/an Hamburg inkl. Reservierung, öfftl. Verkehrsmittel, Eintritte, Führungen, Reiseleitung
Anmeldung erforderlich

Dr. des. Veronika Schöne
Dr. des. Veronika Schöne
Studium der Kunstgeschichte, Philosophie und Romanistik in Hamburg, Berlin und Rom. Seit 1999 freie Journalistin (u. a. SZ und NZZ), Autorin und Dozentin. Seit 2005 Veranstaltungen, seit Sommer 2007 zunächst Programmplanung für die Jungen Freunde, dann für die neue Programmsparte ADVANCED. Dissertation über den Zufall in der Gegenwartskunst.
 Florian Britsch, M. A.
Florian Britsch, M. A.
Studium der Kunstgeschichte, Germanistik und Geschichte in Hamburg. Fachgebiete: Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts. Als Mitarbeiter der Freunde der Kunsthalle zuständig für das Veranstaltungsprogramm. Veröffentlichungen zur Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts; Lehrauftrag an der Hochschule für Musik und Theater / Theaterakademie Hamburg.