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#2481

Hannover: Kunst der Avantgarde von 1912–1933 im Sprengel Museum

Tagesfahrt mit Dorith Will, M. A.
12. Dezember 2017
ausgebucht

Kurz vor dem Ersten Weltkrieg begann der Aufstieg Hannovers von der konservativen Provinzhauptstadt zum Zentrum der Avantgarde. Nach einem Besuch bei James Ensor hatte der Fabrikantensohn Herbert von Garvens begonnen, seine legendäre Kunstsammlung zusammenzugetragen, die Werke von Wassily Kandinsky bis Paula Modersohn-Becker umfasste. Unternehmer wie Hermann Bahlsen und Fritz Beindorff (Pelikan) vergaben gewerbliche Aufträge für moderne Kunst und begründeten damit das bürgerschaftliche Engagement, das 1916 in der Kestnergesellschaft gipfelte. Ab 1917 beförderte zudem die Hannoversche Sezession die Auseinandersetzung mit Expressionismus und Abstraktion.

In der Weimarer Zeit zählte der DADA-Künstler Kurt Schwitters zu den wichtigsten Persönlichkeiten und umtriebigsten „Netzwerkern“. Vermittelt durch seine weltweiten Kontakte kamen Künstler wie El Lissitzky (Kabinett der Abstrakten) und László Moholy-Nagy nach Hannover. Im Provinzialmuseum revolutionierte Alexander Dorner die Präsentation und Vermittlung von Kunst, im Salon von Käte Steinitz traf sich die Avantgarde um Schwitters, Künstlergruppen wie „die abstrakten hannover“ entstanden. Aus der städtischen Kunstgewerbeschule heraus hatte sich zudem eine hannoversche Spielart der Neuen Sachlichkeit entwickelt. Hannover wurde zu einer „modernen Kunststadt“, deren Bedeutung weit über die Stadtgrenzen hinaus ausstrahlte.

Mit dem Machtantritt der Nationalsozialisten 1933 fanden all diese Aktivitäten ein jähes Ende. Nun lässt eine große Sonderausstellung im Sprengel Museum mit etwa 150 Leihgaben und Werken aus eigenem Bestand diese äußerst lebendige Periode der hannoverschen Kunstgeschichte neu aufleben. Die Ausstellung steht im Zentrum unseres vorweihnachtlichen Tagesausflugs in die Stadt am Maschsee.

LEITUNG Dorith Will, M. A.
TERMIN Dienstag, 12. Dezember 2017
KOSTENBEITRAG 87 Euro, Zuzahlung für Nichtmitglieder 15 Euro
LEISTUNGEN Fahrt mit der Deutschen Bahn 2. Klasse ab/an Hamburg inkl. Reservierung, Eintritte, Führungen, Reiseleitung
Anmeldung erforderlich

 Dorith Will, M. A.
Dorith Will, M. A.
Studium der Kunstgeschichte, Philosophie und Literaturwissenschaft in Hamburg und Florenz. Seit 2000 als freie Mitarbeiterin in der Hamburger Kunsthalle tätig. Schwerpunkte sind neben der Kunstgeschichte vor den Originalen die Entwicklung der Kunst seit 1960 und deren Materialaspekte sowie ästhetische Fragestellungen.