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Verwandlung der Welt. Die romantische Arabeske

Führung mit Dr. Jonas Beyer
25. März 2014 (11.00 Uhr - 12.00 Uhr)

„Die Welt muss romantisiert werden“, fordert Novalis. Romantisierung, das heißt: Poetisierung, Verzauberung, Verwandlung der sichtbaren Welt. Das wichtigste Strukturprinzip, das die Romantik dafür einsetzt, ist die Arabeske. Ursprünglich eine bloße Ornamentform, avanciert sie um 1800 zum Bedeutungsträger ersten Ranges. Sie verbindet die Partikel einer als zerfallen erfahrenen Welt durch ein künstliches Gespinst, bei dem die Form den Gegenstand dominiert und alles mit allem in Beziehung gesetzt wird.

Erstmals widmet sich nun eine Ausstellung diesem vielschichtigen Thema. In Kooperation mit dem Frankfurter Goethe-Haus / Freies Deutsches Hochstift präsentiert die Hamburger Kunsthalle etwa 150 Gemälde und Grafiken, Handschriften und Bücher. Anhand einschlägiger Werke von Künstlern wie Philipp Otto Runge, Moritz von Schwind oder Adolph Menzel wird der Aufstieg der Arabeske von einer randständigen, primär dekorativen Erscheinung hin zu einer alle Künste betreffenden Gestaltungsform nachgezeichnet. So vermag die Arabeske das nur noch fragmentarisch greifbare, nicht länger als Ganzes darstellbare Gefüge der Welt spielerisch zu überformen. Sie prägt die Malerei ebenso wie die Gebrauchsgrafik, findet Einsatz auf Bucheinbänden oder an den Randzonen literarischer Texte. Sie beeinflusst die Musik, den Tanz, die Gartengestaltung, ja über die Salonkultur selbst die Form der Geselligkeit. Im Sinne der romantischen Idee vom „Gesamtkunstwerk“ gerät sie so zur Signatur einer ganzen Epoche.

FÜHRUNG Dr. Jonas Beyer
TERMIN Dienstag, 25. März 2014, 11 bis 12.30 Uhr
KOSTENBEITRAG 12 Euro, Zuzahlung für Nicht-Mitglieder 3 Euro (zzgl. Eintritt)
Anmeldung erforderlich

Dr. Jonas Beyer
Dr. Jonas Beyer
Studium der Kunstgeschichte und Geschichte an der Freien Universität Berlin und an der Università degli Studi in Florenz. Freier Mitarbeiter der Frankfurter Allgemeinen Zeitung; Arbeit an einer Dissertation über „Edgar Degas und die Wiederentdeckung der Monotypie im 19. Jahrhundert“. Seit April 2011 Gustav-Pauli-Volontär der Freunde der Kunsthalle.