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Museum für Kunst und Gewerbe: „Geniale Dilletanten“ – Subkultur der 1980er-Jahre in Deutschland

Kuratorenführung mit Dennis Conrad, M. A.
12. April 2016 (14.00 Uhr - 15.30 Uhr)
ausgebucht

Das Leben ist ernst genug, man muss es nicht auch noch Ernst nehmen“: Unter diesem Motto traten Anfang der 1980er Jahre westdeutsche Musikgruppen wie „Einstürzende Neubauten“ und „Die Tödliche Doris“, „Deutsch Amerikanische Freundschaft (D.A.F.)“ und „Freiwillige Selbstkontrolle (F.S.K.)“, aber auch die Ostberliner Band „Ornament und Verbrechen“ auf die Bühne. Mit sarkastisch-provokativen, deutschsprachigen Texten, einer experimentellen Mischung aus Lärm und Rock, Minimal-, Electro- und Industrial-Klängen sowie einem bewusst skurrilen Auftreten wandten sie sich gegen jede Normalität und Bürgerlichkeit – aber auch gegen die moralisierende Polit-Kultur der 1970er Jahre.

Nicht zufällig war das von der Mauer eingeschlossene Westberlin Ausgangspunkt und Zentrum der Bewegung, die für wenige Jahre eine geradezu rauschhafte Dynamik entfaltete. Im Berliner Tempodrom fand denn auch 1981 jenes legendäre Festival statt, dessen bewusst falsch geschriebener Titel zum Synonym einer kurzen Epoche des künstlerischen Aufbruchs wurde: „Geniale Dilletanten“.

Die gleichnamige Ausstellung im Museum für Kunst und Gewerbe stellt die Protagonisten und Treffpunkte der künstlerischen Szenen in verschiedenen Städten West- und Ostdeutschlands vor. Im Mittelpunkt stehen sieben Musikbands sowie Künstler, Filmemacher und Designer aus den frühen 1980er Jahren. Gezeigt werden aber auch die parallelen Entwicklungen beispielsweise in der Mode.

„‘Geniale Dilletanten‘ – Subkultur der 1980er-Jahre in Deutschland“ wurde als Tourneeausstellung des Goethe-Instituts konzipiert und für die Präsentation im Museum für Kunst und Gewerbe maßgeblich erweitert. Dennis Conrad, der die Schau in Hamburg eingerichtet hat, wird die wichtigsten Exponate vorstellen und uns in seiner Führung auf eine Zeitreise in die 1980er Jahre mitnehmen.

FÜHRUNG Dennis Conrad, M. A.
TERMIN Dienstag, 12. April 2016, 14 bis 15.30 Uhr
KOSTENBEITRAG 18 Euro inkl. Eintritt ins Museum für Kunst und Gewerbe, Zuzahlung für Nicht-Mitglieder 3 Euro
Anmeldung erforderlich

 Dennis Conrad, M. A.
Dennis Conrad, M. A.
Studium der Kunstgeschichte und Filmwissenschaft in Marburg. Wissenschaftliches Volontariat im Städel Museum in Frankfurt a. M.; seit 2008 Referent der Direktion am Museum für Kunst und Gewerbe, seit 2013 Leiter der Stabsstelle Kooperationen. Als Projektleiter war er u. a. verantwortlich für die Ausstellungen „Porträts in Serie“, „Pixar – 25 Years of Animation“, „Comicleben – Comiclife“ und „Krieg und Propaganda 14/18“.