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Altonaer Museum: Cäsar Pinnau. Zum Werk eines umstrittenen Architekten

Führung mit
22. Oktober 2016 (17.00 Uhr - 18.00 Uhr)
ausgebucht
Wir bieten diese Führung zusätzlich auch von 18.15 bis 19.15 Uhr an.

Cäsar Pinnau (1906–1988) war einer der vielseitigsten und erfolgreichsten Hamburger Architekten der Nachkriegszeit. Zu seinen Auftraggebern gehörten die Familien Oetker und Onassis, der Scheich von Kuweit und der Reeder und Kunstsammler Stavros Niarchos. Für sie entwarf er Häuser und Luxusschiffe – 1952 etwa für Onassis die weltberühmte Yacht „Christina“, auf der auch Maria Callas gerne zu Gast war. Zu Pinnaus bekanntesten Werken in seiner Heimatstadt zählt die mittlerweile als Museumsschiff genutzte „Cap San Diego“ an den St. Pauli-Landungsbrücken. Es entstanden aber auch modernistische Büro-Hochhäuser wie das „Hamburg Süd“ an der heutigen Willy-Brandt-Straße. Mit der achteckigen, klassizistischen Privatvilla im Baurs Park schuf der Architekt, der in den 1970er Jahren im ehemaligen Wohnhaus von Christian Frederik Hansen an der Altonaer Palmaille sein Atelier hatte, kurz vor seinem Tod sein letztes Meisterwerk.

Dass der Name Pinnaus heute dennoch einen zwiespältigen Klang hat, hängt mit seinem Wirken in der NS-Zeit zusammen. 1937 wurde er Mitglied der NSDAP und zog nach Berlin, wo Albert Speer auf ihn aufmerksam wurde und ihm bis 1945 eine Reihe von Staatsaufträgen vermittelte. Unter anderem war Pinnau an der Innengestaltung der Reichskanzlei und an den städtebaulichen Planungen zur Berliner Nord-Süd-Achse beteiligt; später berief Speer ihn in den Arbeitsstab für den Wiederaufbau bombenzerstörter Städte.

Nachdem Cäsar Pinnaus Nachlass, der im Hamburgischen Architekturarchiv verwahrt wird, seit kurzem für die wissenschaftliche Bearbeitung offen steht, ist der Weg frei für eine kritische Sichtung seines Lebenswerks. Die Kuratorin Dr. Vanessa Hirsch führt uns exklusiv außerhalb der Öffnungszeiten durch die in Kooperation mit der Hamburgischen Architektenkammer erarbeitete Ausstellung.

FÜHRUNG Dr. Vanessa Hirsch
TERMIN Samstag, 22. Oktober 2016, 17 bis 18 Uhr
KOSTENBEITRAG 12 Euro inkl. Sonderöffnung, Studierende bis 30 Jahre 12 Euro, Zuzahlung für Nichtmitglieder 3 Euro
Anmeldung erforderlich