Toggle Menu

Zeichnungsräume II. Positionen zeitgenössischer Graphik

Führung mit Dr. Mechthild Achelwilm
10. März 2017 (16.00 Uhr - 17.30 Uhr)

„Was man unter Zeichnung versteht ist eindeutig: lineare Gebilde mittels Stifts, Feder oder Pinsels auf eine Fläche aufzubringen. […] Zum Begriff Graphik gehört das Papier; sonach ist die Zeichnung in solchem Sinne nur auf diesem Material in einer solchen Definition inbegriffen.“ So definiert 1969 Walter Koschatzky, 1962 bis 1986 Direktor der Graphischen Sammlung Albertina in Wien, diese Gattung. Doch genau zur selben Zeit beginnt die Zeichnung sich aus einem solch engen Begriffskorsett zu befreien.

Die Zeichnung der Gegenwart bedient sich nicht mehr zwingend der klassischen Zeicheninstrumente oder Materialien. Fernando de Brito nutzt für seine Zeichnungen die Schlagschnur, bei Franz Erhard Walther gestalten Kaffee und Asphaltlack die Zeichnungen mit und bei Sol Lewitt ist es der Riss, der sie generiert. Auch das Papier verliert seine Alleinstellung als Bildträger. Die Zeichnung wandert auf die Wand, in den Raum und in die virtuelle Welt. In der Animation und im Video wird sie verlebendigt (Robbie Cornelissen, Lines Fiction) und beginnt mit Hilfe von Augmented Reality Apps zu fließen (Carolin Jörg / Michael Fragstein). Und was passiert, wenn die Bleistift- oder Kreidelinie sich so verdichtet, dass sie zur Fläche wird, wie bei Frank Gerritz oder Ulrich Rückriem – ist sie dann Malerei?

Die Zeichnung ist schon lange nicht mehr „eindeutig“, dafür aber ist sie dynamisch, abwechslungs- und erfindungsreich. Im Mittelpunkt der Ausstellung „Zeichnungsräume II“ steht der „Aufbruch in den Raum“ (Catherine de Zegher), nachdem die alten Grenzen der Zeichnung radikal erweitert wurden. Sie präsentiert die vielfältigen und spannungsvollen Ergebnisse der herausfordernden neuen Offenheit.

Mechthild Achelwilm stellt die zeitgenössischen Konzepte von „Zeichnung“ in einer ausführlichen Führung vor.

FÜHRUNG Dr. des. Mechthild Achelwilm
TERMIN Freitag, 10. März 2017, 16 bis 17.30 Uhr
KOSTENBEITRAG 12 Euro, Zuzahlung für Nichtmitglieder 3 Euro (zzgl. Eintritt)
Anmeldung erforderlich

Dr. Mechthild Achelwilm
Dr. Mechthild Achelwilm
Studium der Kunstgeschichte, Kunstpädagogik und Philosophie an der Universität Osnabrück. Dissertation über das Phänomen der Femme fatale in der bildenden Kunst. Von 2010 bis 2015 freie Mitarbeiterin im Museum Marta Herford. Seit Mai 2015 Wissenschaftliches Volontariat (Gustav Pauli-Volontariat) in der Hamburger Kunsthalle.