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Venedig Schwarz-Weiß. Holzschnitte aus der Zeit Tizians

Kuratorenführung mit Dr. David Klemm
19. Mai 2017 (15.00 Uhr - 17.00 Uhr)

Venedig, die von Sonnenlicht und Wasserreflektionen geprägte Lagunenstadt, galt in der frühen Neuzeit – im Gegensatz zu Florenz – als Zentrum der Farbmalerei. Vor allem Tizian rangiert bis heute als unerreichter Meister eines fein abgestimmten Kolorits. Die Ausstellung „Holzschnitte aus der Zeit Tizians“ zeigt nun, dass in Venedig vor allem im 16. Jahrhundert, befördert nicht zuletzt durch eine intensive Buchproduktion und den daraus resultierenden Bedarf an Buchschmuck, auch eine große Vorliebe für die Druckgraphik herrschte.

Einen entscheidenden Anteil an der herausragenden Qualität der Holzschnitte, die Venedigs schwarz-weiße Seite zeigen, hatte kein Geringerer als wiederum Tizian. Er ließ seine Gemälde von versierten Holzschneidern reproduzieren, schuf aber auch eigens für die graphische Umsetzung bestimmte Entwürfe. Das Themenspektrum reicht dabei von Landschaften und christlichen Sujets über Bildnisse, Aktdarstellungen und anatomische Illustrationen bis zu ebenso bemerkenswerten wie skurrilen Einzelblättern wie dem sogenannten „Affenlaokoon“.

Neben Werken Tizians sind in der Ausstellung Blätter von Meistern wie Domenico Campagnola oder dem weithin unbekannten Giuseppe Scolari zu sehen. Insbesondere die Holzschnitte Scolaris, von denen gleich mehrere präsentiert werden können, wirken in ihrer gleichermaßen ornamentalen wie expressiven Qualität ausgesprochen modern. Sämtliche ausgestellten Graphiken stammen aus dem Kupferstichkabinett und der Bibliothek der Hamburger Kunsthalle. David Klemm, der die Ausstellung kuratiert hat, stellt die Kunst des venezianischen Holzschnitts in einer ausführlichen Führung vor.

 

LEITUNG Dr. David Klemm
TERMIN Freitag, 19. Mai 2017, 15 bis 17 Uhr
KOSTENBEITRAG 15 Euro, Zuzahlung für Nichtmitglieder 3 Euro (zzgl. Eintritt)
Anmeldung erforderlich

Dr. David Klemm
Dr. David Klemm
Seit 2002 Mitarbeiter des Kupferstichkabinetts der Hamburger Kunsthalle; Forschungsprojekte zur italienischen Zeichenkunst und Druckgraphik; mehrere Ausstellungen, u. a. „Von Leonardo zu Piranesi“ (2008) und „Von der Schönheit der Linie. Stefano della Bella als Zeichner“ (2013). Seit Juli 2012 Leitung des Digitalisierungsprojekts im Kupferstichkabinett.