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Deichtorhallen Hamburg / Haus der Photographie: „Andreas Mühe – Pathos als Distanz“ und „Viviane Sassen – UMBRA“

Führung mit Ulrich Rüter, M. A.
21. Juli 2017 (16.00 Uhr - 17.30 Uhr)
ausgebucht

Gleich zwei hochinteressante photographische Positionen sind derzeit im Haus der Photographie zu entdecken: Unter dem Titel „Pathos als Distanz“ wird das Werk von Andreas Mühe (geb. 1979 in Karl-Marx-Stadt) präsentiert; zeitgleich ist die Werkserie „Umbra“ von der niederländischen Künstlerin Viviane Sassen (geb. 1972 in Amsterdam) zu sehen. Beide Ausstellungen leben von einem sehr individuellen Umgang mit der Photographie, wobei die jeweiligen Bildsprachen ganz unterschiedlich ausfallen.

Nichts weniger als den Entwurf eines Deutschlandbildes versucht Andreas Mühe in seiner Präsentation, die sich aus verschiedenen Werkgruppen zusammensetzt. Bekannte, teils viel diskutierte Bilder aus den Serien „Neue Romantik“, „Obersalzberg“ oder „A.M.“ sind darunter zu finden, aber auch neue, noch nie gezeigte Arbeiten. Viele der Werke beschäftigen sich mit Stimmungsklischees der Deutschen. Seien es das Arbeitszimmer von Konrad Adenauer, Häuser der DDR-Oberen in Wandlitz oder die italienische Botschaft in Berlin, immer geht es um Überhöhungen, Inszenierungen und Brechungen der Macht. Die Photographie wird bei Mühe zum Werkzeug, das einerseits geheimnisvolles „Pathos“ und andererseits „Distanz“ evoziert, um solch etablierte Bildformeln des Theatralischen und der Distinktion zugleich ironisch in Frage zu stellen.

Deutlich subtiler ist die Bildsprache von Viviane Sassen. Bekannt wurde die Künstlerin vor allem durch ihre ungewöhnlichen, abstrahierenden Farbphotographien, die nicht zuletzt im Bereich der Modephotographie für Aufsehen sorgten. Die Werkserie „UMBRA“ („Schatten“) ist eine ihrer persönlichsten Arbeiten. Die Künstlerin lädt den Betrachter ein, mit unterschiedlichsten Medien und Stilmitteln eine Reise durch Licht und Schatten, Realität und Traum oder auch Erinnerung und Erwartung zu unternehmen.

FÜHRUNG Ulrich Rüter, M. A.
TERMIN Freitag, 21. Juli 2017, 16 bis 17.30 Uhr
KOSTENBEITRAG 18 Euro inkl. Eintritt ins Haus der Photographie, Zuzahlung für Nichtmitglieder 3 Euro
Anmeldung erforderlich

 Ulrich Rüter, M. A.
Ulrich Rüter, M. A.
Photohistoriker; Studium der Kunstgeschichte in Hamburg und Wien. Er arbeitete für verschiedene Museen, zuletzt als Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Sammlung Fotografie der Kunstbibliothek Berlin. Seit 2013 freier Kurator und Dozent in Hamburg.