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Sammlung Falckenberg: Santiago Sierra. Skulptur, Fotografie, Film

Führung mit Veronika Schöne, M. A.
22. November 2013 - 22. November 2013 (16.00 Uhr - 17.30 Uhr)

Vor dem spanischen Pavillon auf der Biennale von Venedig 2003 bildeten sich lange Schlangen. Einlass erhielten jedoch nur die Inhaber spanischer Pässe. Und zu sehen bekamen sie – nichts. Mit einer einzigen minimalistischen Aktion hat Sierra so die Illusion einer globalisierten Kunstwelt ad absurdum geführt und das Politische hinter der Leistungsschau in Venedig sichtbar gemacht: kein Werk, kein Publikum, sondern eine Teilhabe an dem buchstäblich gegenstandslosen Spektakel nur durch das Nadelöhr des Nationalen.

Der spanische Künstler Santiago Sierra (geb. 1966 in Madrid) ist für seine provokativen Performances weltweit bekannt. Mit seinen Arbeiten thematisiert er die strukturelle Gewalt politischer und wirtschaftlicher Systeme. Er ließ politische Flüchtlinge, Immigranten oder Arbeiter gegen geringes Entgelt stundenlang in Pappkartons verharren, eine umkippende Wand stützen, öffentlich masturbieren oder sich eine durchgehende Linie auf den Rücken tätowieren. In einer äußerst umstrittenen Aktion leitete er in die Synagoge von Stommeln Autoabgase ein und verwandelte sie dadurch in eine Todeskammer. Es gibt wohl kaum einen europäischen Künstler, an dessen Werken sich die Gemüter stärker erhitzen, kaum ein Werk, das mehr Widerspruch hervorruft. Die einen schimpfen ihn einen Politclown oder Zyniker, andere halten ihn für eine wichtige Stimme in der immer selbstgefälliger werdenden Kunstwelt.

Die Ausstellung in den Deichtorhallen Hamburg – Sammlung Falckenberg bietet den bislang größten Überblick über Sierras skulpturales, fotografisches und filmisches Schaffen und macht seine Wurzeln in der Konzeptkunst und Minimal Art sichtbar. Veronika Schöne wird uns das vielschichtige Werk vorstellen und mit uns über Provokation und Politik, Kunst und die Möglichkeit zur Veränderung sprechen.

LEITUNG Veronika Schöne, M. A.
TERMIN Freitag, 22. November 2013, 16 bis 17.30 Uhr
KOSTENBEITRAG 15 Euro inkl. Eintritt in die Sammlung Falckenberg, Studierende bis 30 Jahre 12 Euro, Zuzahlung für Nicht-Mitglieder 3 Euro
Anmeldung erforderlich