Toggle Menu

Ernst Barlach Haus: Hans Josephsohn. „Die Sache muss leben“

Kuratorenführung mit Dr. Karsten Müller
26. Februar 2014 - 26. Februar 2014 (16.00 Uhr - 17.00 Uhr)

Gut möglich, dass man ihn einmal als den wichtigsten Schweizer Bildhauer des 20. Jahrhunderts neben Giacometti ansehen wird: Hans Josephsohn (1920–2012). Unbeirrt von wechselnden Tendenzen schuf er ein Œuvre von beeindruckender Wucht und Zartheit, hielt – ähnlich wie Giacometti – durchgängig an der jahrtausendealten Aufgabe der Bildhauerei, der Darstellung der menschlichen Figur, fest, und lotete doch zugleich fortwährend deren Grenzen aus.

Im Jahr 1920 als Sohn einer jüdischen Kaufmannsfamilie in Königsberg geboren, ging Josephsohn 1938 zum Kunststudium nach Florenz, floh allerdings, nachdem auch im faschistischen Italien „Rassengesetze“ erlassen wurden, noch im selben Jahr in die Schweiz. Hier wurde er Schüler des Zürcher Bildhauers Otto Müller, blieb indes als Künstler fremd in einem von der klassischen Tradition geprägten Umfeld. Josephsohns großes Thema war der Körper – nicht jedoch dessen idealtypische Gestalt, sondern gleichermaßen die flüchtige Erscheinung wie das Beharrende, Widerständige, das, was jenseits der momentanen Geste, des verletzenden Eingriffs bleibt und sich der Zerstörung widersetzt. Die archaisch anmutenden, kompakten Volumen mit ihren schrundigen, vom Licht verlebendigten Oberflächen zeugen von der Auseinandersetzung mit der byzantinischen und romanischen Formenwelt und sind doch ganz und gar Ausdruck des Menschenbilds des 20. Jahrhunderts.

Nach einer viel beachteten Werkschau in Frankfurt 2008 ist nun erstmals in Hamburg eine Auswahl an Plastiken und Zeichnungen des Künstlers zu sehen, Leihgaben aus der Sammlung des Kolumba – Kunstmuseum des Erzbistums Köln sowie der Mezzanin Stiftung für Kunst, Liechtenstein. Karsten Müller, seit 2007 Leiter des Ernst Barlach Hauses, wird uns wie gewohnt persönlich durch die Ausstellung führen.

FÜHRUNG Dr. Karsten Müller
TERMIN Mittwoch, 26. Februar 2014, 16 bis 17 Uhr
KOSTENBEITRAG 9 Euro inkl. Eintritt ins Ernst Barlach Haus, Zuzahlung für Nicht-Mitglieder 3 Euro
Anmeldung erforderlich