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Deichtorhallen Hamburg / Sammlung Falckenberg: Philip Guston. Das große Spätwerk

Führung mit Dr. des. Veronika Schöne
21. März 2014 (16.00 Uhr - 17.30 Uhr)
ausgebucht

Philip Guston (1913–1980) gehörte zusammen mit Jackson Pollock, Willem de Kooning und Mark Rothko zu den bedeutendsten Vertretern des Abstrakten Expressionismus. Schon zu Lebzeiten kauften viele große Museen seine Bilder. Er hatte seinen Platz in der Kunstgeschichte gefunden – bis er einen ungeheuren Tabubruch wagte: 1970 kehrte er zurück zur Figuration. Und zwar zu einer unbeholfenen, grobschlächtigen, simplifizierten, die mehr an Comic als an Kunst erinnerte. Seine Bilder, die er, von der Kritik geächtet und von der Außenwelt zurückgezogen, in Woodstock malte, wirken wie eine groteske Mischung aus Dämonenbannung und Gesellschaftskritik.

Da schieben sich Ku-Klux-Klan-Männchen ins Bild, die – rauchend, saufend, Karten spielend und Bilder malend – das Bedrohliche einer rassistischen Gesellschaft mit dem Bohèmeleben des Künstlers verquicken. Da tauchen immer wieder nach oben gedrehte Schuhsohlen auf, die in kalauernder Klischeehaftigkeit das Seelen- mit dem Wanderleben („soul“ und „sole“) verbinden. Der einäugige Zyklop, der mit unrasiertem Gesicht stumpf in die Gegend starrt, wirkt endgültig wie das Alter Ego des Künstlers. Guston ging es nicht um die hehre Kunst, wie er einmal formulierte. „Ich möchte sehen, wie etwas aussieht. Hinterher können sie es meinetwegen dann Kunst nennen.“

In der Sammlung Falckenberg ist jetzt Gustons „Großes Spätwerk“ zu sehen, das heute begeisterte Reaktionen hervorruft. Er ist ein wahrer „artists artist“, ein Künstler, der vor allem die Künstler tief beeindruckte und vielen bis in die Gegenwart als Vorbild dient. Seine Malerei war gekonnt nachlässig, sie bildet die Matrix für das „bad painting“, das als postmodernes Phänomen die heutige Malerei prägt. Veronika Schöne wird uns das vielschichtige Werk vorstellen.

LEITUNG Veronika Schöne, M. A.
TERMIN Freitag, 21. März 2014, 16 bis 17.30 Uhr
KOSTENBEITRAG 15 Euro inkl. Eintritt in die Sammlung Falckenberg, Studierende bis 30 Jahre 12 Euro, Zuzahlung für Nicht-Mitglieder 3 Euro
Anmeldung erforderlich

Dr. des. Veronika Schöne
Dr. des. Veronika Schöne
Studium der Kunstgeschichte, Philosophie und Romanistik in Hamburg, Berlin und Rom. Seit 1999 freie Journalistin (u. a. SZ und NZZ), Autorin und Dozentin. Seit 2005 Veranstaltungen, seit Sommer 2007 zunächst Programmplanung für die Jungen Freunde, dann für die neue Programmsparte ADVANCED. Dissertation über den Zufall in der Gegenwartskunst.