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#2537

Bonn und Düsseldorf: „Bestandsaufnahme Gurlitt“ und die „Entartete Kunst“

Studienreise mit Dr. Ute Haug
17. Februar 2018 - 18. Februar 2018
Anmeldung bis 12. Januar 2018

Vor 80 Jahren fand in vielen deutschen Kunstmuseen eine einschneidende Aktion statt: Die Kommission „Entartete Kunst“ suchte die Häuser im Sommer 1937 auf und beschlagnahmte zigtausende Kunstwerke. Nach welchen Kriterien dies geschah, ist noch immer nicht in Gänze nachvollziehbar. Die Auswirkungen jedoch sind in den betroffenen Museen bis heute sichtbar – auch in der Hamburger Kunsthalle. Ein weiteres düsteres Kapitel der NS-Kunstpolitik ist der systematisch betriebene Kunstraub, einschließlich der unter Zwang oder finanziellem Druck erfolgten Verkäufe etwa zugunsten des geplanten „Führermuseums“ in Linz an der Donau.

Eine Schlüsselfigur in diesem System, zunächst als stattlich bevollmächtigter „Verwerter“ der beschlagnahmten Werke „entarteter“ Kunst, später im besetzten Paris auch als Chefeinkäufer im Rahmen des „Sonderauftrags Linz“, war der Kunsthistoriker und Kunsthändler Hildebrandt Gurlitt (1895–1956). Ursprünglich ein engagierter Verfechter der Moderne, verstrickte er sich nach 1933 zunehmend in das NS-System.

Zwei Ausstellungen in Bonn und Düsseldorf werfen nun mehr Licht ins Dunkel der nationalsozialistischen Kunstpolitik: In der Bundeskunsthalle ist unter dem Titel „Bestandsaufnahme Gurlitt. Der NS-Kunstraub und die Folgen“ erstmals ein Großteil der privaten Sammlung Hildebrand Gurlitts zu sehen, die im November 2013 als „Schwabinger Kunstfund“ in der Wohnung seines Sohnes Cornelius Gurlitt entdeckt wurde. Und eine Ausstellung im Düsseldorfer Museum Kunstpalast dokumentiert die Aktion „Entartete Kunst“ in der Stadt, die – nach Berlin und Essen – besonders stark vom Bildersturm der Nationalsozialisten betroffen war. Ergänzend besuchen wir in Düsseldorf schließlich die grandiose Sammlung der Klassischen Moderne in der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen / K20.

LEITUNG Dr. Ute Haug
TERMIN 17. bis 18. Februar 2018
KOSTENBEITRAG 292 Euro p. P. im DZ, EZ-Zuschlag 39 Euro, Zuzahlung für Nicht-Mitglieder 40 Euro
LEISTUNGEN Fahrt mit der Deutschen Bahn, 2. Klasse inkl. Reservierung ab/an Hamburg, 1 Übernachtung inkl. Frühstück im Hotel Collegium Leoninum in Bonn, Eintritte, Führungen, Reiseleitung
VERANSTALTER Lückertz Reisebüro GmbH
Anmeldung bis 12. Januar 2018

Dr. Ute  Haug
Dr. Ute Haug
Studium der Kunstgeschichte, Baugeschichte und Geschichte in Aachen und Florenz, Dissertation über den Kölnischen Kunstverein im Nationalsozialismus. Volontariat an der Stiftung Museum Schloss Moyland, Bedburg-Hau. Seit 2000 an der Hamburger Kunsthalle, Leiterin der Provenienzforschung und des Archivs Hamburger Kunsthalle.