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Der Erste Weltkrieg und die Künste. Teil I: Otto Dix und das Pathos des „Erlebens“

Seminar mit Florian Britsch, M. A.
25. April 2014 (15.00 Uhr - 17.30 Uhr)
ausgebucht

„Wehe dem Künstler, der heute nicht erlebt!“ Wie ein Weckruf müssen diese im August 1914 geäußerten Worte des renommierten Kunstkritikers Julius Meier-Graefe den Malern und Bildhauern in den Ohren geklungen haben. Und tatsächlich gab es nur wenige, die sich dem Appell entziehen konnten. „Meine Kunst kriegt hier zu fressen“, notierte beispielsweise Max Beckmann. Und selbst ein weltabgewandter Künstler wie Paul Klee schrieb an seinen Freund Franz Marc, der sich zu diesem Zeitpunkt bereits an der Front befand, er beneide ihn „um die ungeheuren Sensationen die Sie haben“.

Niemand aber hat dieses aus heutiger Sicht kaum mehr vorstellbare, allgegenwärtige Pathos des „Erlebens“ so sehr verinnerlicht wie Otto Dix (1891–1969), der den selbst auferlegten Zwang zum genauen Hinsehen nachgerade zu seinem ästhetischen Bekenntnis erhob. In der Hamburger Kunsthalle ist zur Zeit – noch bis Ende April – der vorbereitende Karton zu Dix‘ monumentalem Triptychon „Der Krieg“ von 1929-32 zu sehen, nebst einer Auswahl von Blättern aus dem gleichnamigen graphischen Zyklus von 1924. Wir nehmen dies zum Anlass, Dix’ künstlerische Auseinandersetzung mit dem Ersten Weltkrieg genauer zu betrachten – angefangen bei den über 500 im Schützengraben entstandenen Zeichnungen und Aquarellen über die grotesken Kriegskrüppel-Bilder der Nachkriegszeit bis hin zu dem erschütternden, bereits an der Schwelle zum nächsten Krieg entstandenen Endzeit-Panorama „Flandern“ von 1934-36.

Das Seminar ist der Auftakt zu einer Reihe, in der wir anlässlich des 100. Jahrestages des Kriegsbeginns den Einfluss näher untersuchen wollen, den der Erste Weltkrieg als sogenannte „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“ auf die Entwicklung der modernen Kunst genommen hat.

Die Veranstaltung findet in der Ausstellung sowie im Seminarraum statt.

LEITUNG Florian Britsch, M. A.
TERMIN Freitag, 25. April 2014, 15 bis 17.30 Uhr
KOSTENBEITRAG 18 Euro, Zuzahlung für Nicht-Mitglieder 3 Euro (zzgl. Eintritt)
Anmeldung erforderlich

 Florian Britsch, M. A.
Florian Britsch, M. A.
Studium der Kunstgeschichte, Germanistik und Geschichte in Hamburg. Fachgebiete: Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts. Als Mitarbeiter der Freunde der Kunsthalle zuständig für das Veranstaltungsprogramm. Veröffentlichungen zur Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts; Lehrauftrag an der Hochschule für Musik und Theater / Theaterakademie Hamburg.