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11.7.: Englische Kunst von 1730 bis 1918. Teil IV: John Constable und William Turner

Seminarreihe mit Dr. Alice Gudera und Florian Britsch, M. A.
11. Juli 2014 (13.45 Uhr - 17.45 Uhr)
ausgebucht
Wir bieten dieses Seminar alternativ auch am 9.7.2014 und 8.10.2014 an.

Sie haben die Landschaftsmalerei nicht nur in England revolutioniert und mit ihrer Kunst endgültig das Tor zur Moderne aufgestoßen: John Constable (1776–1837) und William Turner (1775–1851). Beide haben sie bildnerische Verfahren entwickelt, in denen die Abstraktion des 20. Jahrhunderts vorweggenommen scheint. Immer wieder werden sie deshalb – durchaus zu Recht – in einem Atemzug genannt. Und doch: Bei genauerem Hinsehen könnten Leben und Werk beider Künstler kaum gegensätzlicher sein.

Constable stammte aus der Provinz, aus East Bergdolt in Suffolk – und er hat in seiner Malerei bis zum Schluss an den ländlichen Motiven seiner Heimat, am Bild des alten England festgehalten. In seinen späten, großformatigen Landschaftsgemälden überzieht freilich ein nahezu abstraktes Netz weißer Farbsprengsel, von den Zeitgenossen „snow“ genannt, die gesamte Bildfläche, so dass die konkreten Motive darunter fast verschwinden. Im Pariser Salon von 1824 waren einige von Constables späten Werken ausgestellt – mit enormen Auswirkungen auf die ganz von der Farbe bestimmte Malerei eines Eugène Delacroix.

Turners Modernität ist eine andere. Er reiste viel, hat sich den großen klassischen Stoffen ebenso gewidmet wie den „erhabenen“ Landschaftsmotiven – aber auch den neuen Themen des industriellen Zeitalters, so in seinem berühmtesten Gemälde „Rain, Steam and Speed – The Great Western Railway“ von 1844. Seine immer skizzenhafter werdende Malweise, bei der alle Gegenstände aus einem Strudel weißer Farbe hervorzugehen scheinen, war der Versuch, ein künstlerisches Äquivalent für eine Epoche im Umbruch, für eine neues dynamistisches Weltbild zu finden.

Die Veranstaltung richtet sich auch an Interessierte, die an Teil I bis III der Seminarreihe nicht teilgenommen haben. Die Veranstaltung findet im Seminarraum statt.

LEITUNG Dr. Alice Gudera, Florian Britsch, M. A.
TERMIN Freitag, 11. Juli 2014, 13.45 bis 17.45 Uhr (Das Seminar musste eine dreiviertel Stunde nach hinten verlegt werden.)
KOSTENBEITRAG 29 Euro, Zuzahlung für Nicht-Mitglieder 5 Euro (zzgl. Eintritt in die Kunsthalle)
Anmeldung erforderlich

 Florian Britsch, M. A.
Florian Britsch, M. A.
Studium der Kunstgeschichte, Germanistik und Geschichte in Hamburg. Fachgebiete: Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts. Als Mitarbeiter der Freunde der Kunsthalle zuständig für das Veranstaltungsprogramm. Veröffentlichungen zur Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts; Lehrauftrag an der Hochschule für Musik und Theater / Theaterakademie Hamburg.
Dr.  Alice  Gudera
Dr. Alice Gudera
Studium der Kunstgeschichte und Anglistik in Bochum und Berlin, Promotion über ein Hauptwerk der mittelalterlichen Goldschmiedekunst. Mitarbeit an Ausstellungen, Publikationen über mittelalterliche Kunst sowie Malerei des 19. und 20. Jahrhunderts. Freie Mitarbeiterin der Kunsthalle Bremen und der Freunde der Kunsthalle.