Toggle Menu

Der Münchener Kunsthändler Günther Franke und sein „Hausgott“ Max Beckmann

Vortrag mit Dr. Felix Billeter
11. Januar 2015 (11.00 Uhr - 12.30 Uhr)

Der Galerist Günther Franke (1900–1976) zählt zu denjenigen Münchener Kunsthändlern und Sammlern, die in der Nachkriegszeit von nationaler, wenn nicht gar von internationaler Bedeutung waren. Insbesondere die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen sowie die Städtische Galerie im Lenbachhaus profitierten bei der Erweiterung ihrer Sammlungen von seinen Kontakten. Frankes Favorit war dabei Max Beckmann: Er – neben Ernst Wilhelm Nay – war es, den er vor allen anderen zu fördern begonnen hatte und zu dessen Weltgeltung er maßgeblich beitrug. Auch privat sammelte Franke Beckmanns Arbeiten, darunter allein 30 Gemälde, die er 1974 dem Freistaat Bayern stiftete, der seitdem den weltweit zweitgrößten Bestand an Werken Beckmanns besitzt.

Begonnen hatte Franke seine Laufbahn 1918 im „Graphischen Kabinett“ von Israel Ber Neumann in Berlin, ab 1923 führte er dessen Filiale in München. 1937 eröffnete er seine eigene Galerie, in der er während der Zeit des Nationalsozialismus vordergründig mit Romantikern handelte, daneben jedoch in Seeshaupt am Starnberger See eine Dependance unterhielt, in der „entartete Kunst“ versteckt und verkauft wurde.

Die Hingabe, mit der sich Günther Franke in den Dienst der von ihm verehrten Künstler stellte, illustriert sehr schön ein Porträtfoto, das der berühmte Fotograf Hugo Erfurth 1942 von ihm anfertigte. Es zeigt Franke vor Beckmanns „Selbstbildnis mit Plastik“, in identischer Kopfhaltung und Blickrichtung, dem Idol jedoch zugleich subtil untergeordnet.

Der Münchener Beckmann-Experte Felix Billeter, der zur Zeit in Kooperation mit den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen und dem Lenbachhaus die Aktivitäten der Galerie Franke erforscht, erzählt in seinem Vortrag die Geschichte des Kunsthändlers und seines „Hausgottes“.

 

 

 

 

 

 

 

VORTRAG Dr. Felix Billeter
MODERATION Dr. Karin Schick
TERMIN Sonntag, 11. Januar 2015, 11 bis 12.30 Uhr
ORT Veranstaltungsraum der Galerie der Gegenwart
KOSTENBEITRAG 8 Euro, Studierende bis 30 Jahre 5 Euro
Karten im Vorverkauf an den Kassen der Hamburger Kunsthalle
keine Anmeldung erforderlich

 

 

 

 

 

 

 

Dr. Felix Billeter
Dr. Felix Billeter
Studium der Kunstgeschichte, Philosophie und Latinistik in Wien, Braunschweig, Würzburg, München und Antwerpen. 1992-95 am Max Beckmann Archiv, München, 1995-99 Assistent an der Ludwig-Maximilians-Universität. Seit 1999 selbständig; tätig u. a. für die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, das Kunstforum Austria Wien, die Galerie der Bayerischen Landesbank, das Max Beckmann Archiv, das Hans Purrmann Archiv, das Hugo Troendle Archiv sowie Privatsammler im In- und Ausland.