Toggle Menu

Englische Kunst von 1730 bis 1918. Teil V: Die Arts and Crafts-Bewegung und die Malerei der Präraffaeliten

Seminar mit Florian Britsch und Dr. Alice Gudera
16. Februar 2015 (10.00 Uhr - 14.00 Uhr)

England hat im 19. Jahrhundert nicht nur mit der Malerei William Turners eine Kunst hervorgebracht, die heute als Inbegriff der Dynamik des modernen Industriezeitalters gilt. Das Mutterland der Industrialisierung ist vielmehr auch der Ursprungsort der maßgeblichen Gegenbewegungen.

Hierzu zählt vor allem die Arts and Crafts-Bewegung, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine Reform des Kunsthandwerks und der (Innen-)Architektur anstrebte. Sie entstand ausdrücklich in Opposition zur aufkommenden industriellen Massenproduktion von Gebrauchsgegenständen. Durch eine Rückbesinnung auf mittelalterliche Werkstattzusammenhänge, die Forderung nach Materialgerechtigkeit und die Absage an historisierende Stilimitationen wollte man eine neue künstlerische Gestaltung des alltäglichen Lebens erreichen. Die Künstler bevorzugten klare Formen, ein sparsames florales oder geometrisierendes Dekor und eher puristische Gliederungssysteme – Grundsätze, die ihre Wirkung noch im Jugendstil und am Bauhaus entfalten sollten.

Mit der Arts und Crafts-Bewegung eng verbunden war die Malerei der sogenannten Präraffaeliten. Sie hatten sich 1848 zur „Pre-Raphaelite Brotherhood“ zusammengeschlossen – aus Unzufriedenheit mit der herrschenden akademischen Lehre, in der die Kunst Raffaels als Leitstern galt. Im Gegensatz dazu sahen die Präraffaeliten gerade in der als natürlicher empfundenen spätmittelalterlichen Malerei vor Raffael ihre Bezugsgröße. Sie malten biblische Sujets, Landschaften, Genreszenen und Porträts. Große Bedeutung kam der Darstellung allegorisch aufgefasster Gestalten zu. Wichtigste Inspirationsquelle und einendes Charakteristikum war die Bedeutung der Natur, die in ihrer ganzen Fülle bis ins kleinste Detail erfasst werden sollte.

Die Veranstaltung findet im Seminarraum statt.

LEITUNG Dr. Alice Gudera, Florian Britsch, M. A.
TERMIN Montag, 16. Februar 2015, 10 bis 14 Uhr
KOSTENBEITRAG 29 Euro, Zuzahlung für Nicht-Mitglieder 5 Euro
Anmeldung erforderlich

Dr.  Alice  Gudera
Dr. Alice Gudera
Studium der Kunstgeschichte und Anglistik in Bochum und Berlin, Promotion über ein Hauptwerk der mittelalterlichen Goldschmiedekunst. Mitarbeit an Ausstellungen, Publikationen über mittelalterliche Kunst sowie Malerei des 19. und 20. Jahrhunderts. Freie Mitarbeiterin der Kunsthalle Bremen und der Freunde der Kunsthalle.
 Florian Britsch, M. A.
Florian Britsch, M. A.
Studium der Kunstgeschichte, Germanistik und Geschichte in Hamburg. Fachgebiete: Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts. Als Mitarbeiter der Freunde der Kunsthalle zuständig für das Veranstaltungsprogramm. Veröffentlichungen zur Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts; Lehrauftrag an der Hochschule für Musik und Theater / Theaterakademie Hamburg.