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Englische Kunst von 1730 bis 1918. Teil V: Die Arts and Crafts-Bewegung und die Malerei der Präraffaeliten


23. Februar 2015 (10.00 Uhr - 14.00 Uhr)

England hat im 19. Jahrhundert nicht nur mit der Malerei William Turners eine Kunst hervorgebracht, die heute als Inbegriff der Dynamik des modernen Industriezeitalters gilt. Das Mutterland der Industrialisierung ist vielmehr auch der Ursprungsort der maßgeblichen Gegenbewegungen.

Hierzu zählt vor allem die Arts and Crafts-Bewegung, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine Reform des Kunsthandwerks und der (Innen-)Architektur anstrebte. Sie entstand ausdrücklich in Opposition zur aufkommenden industriellen Massenproduktion von Gebrauchsgegenständen. Durch eine Rückbesinnung auf mittelalterliche Werkstattzusammenhänge, die Forderung nach Materialgerechtigkeit und die Absage an historisierende Stilimitationen wollte man eine neue künstlerische Gestaltung des alltäglichen Lebens erreichen. Die Künstler bevorzugten klare Formen, ein sparsames florales oder geometrisierendes Dekor und eher puristische Gliederungssysteme – Grundsätze, die ihre Wirkung noch im Jugendstil und am Bauhaus entfalten sollten.

Mit der Arts und Crafts-Bewegung eng verbunden war die Malerei der sogenannten Präraffaeliten. Sie hatten sich 1848 zur „Pre-Raphaelite Brotherhood“ zusammengeschlossen – aus Unzufriedenheit mit der herrschenden akademischen Lehre, in der die Kunst Raffaels als Leitstern galt. Im Gegensatz dazu sahen die Präraffaeliten gerade in der als natürlicher empfundenen spätmittelalterlichen Malerei vor Raffael ihre Bezugsgröße. Sie malten biblische Sujets, Landschaften, Genreszenen und Porträts. Große Bedeutung kam der Darstellung allegorisch aufgefasster Gestalten zu. Wichtigste Inspirationsquelle und einendes Charakteristikum war die Bedeutung der Natur, die in ihrer ganzen Fülle bis ins kleinste Detail erfasst werden sollte.

Die Veranstaltung findet im Seminarraum statt.

LEITUNG Dr. Alice Gudera, Florian Britsch, M. A.
TERMIN Montag, 23. Februar 2015, 10 bis 14 Uhr
KOSTENBEITRAG 29 Euro, Zuzahlung für Nicht-Mitglieder 5 Euro
Anmeldung erforderlich