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Kunsthändler der Moderne, Teil I: Der Händler der Impressionisten – Paul Durand-Ruel und Deutschland

Vortrag mit Dr. Dorothee Hansen
02. Juli 2015 (19.00 Uhr - 20.30 Uhr)
keine Anmeldung notwendig

„Und jetzt zu meinem großen Verbrechen, jenem, das alle anderen übertrifft. Ich kaufe seit langem und schätze in höchstem Maße die Werke überaus einzigartiger und begabter Maler, von denen mehrere wahre Genies sind, und die ich Kunstliebhabern nahebringen möchte“, schrieb Paul Durand-Ruel 1885 mit Blick auf Künstler wie Edgar Degas, Claude Monet, Auguste Renoir, Alfred Sisley oder Camille Pissarro.

Die öffentliche Anerkennung der impressionistischen Malerei ist untrennbar mit der Person und dem Wirken Paul Durand-Ruels (1831–1922) verbunden. „Ohne Durand wären wir verhungert, wir Impressionisten alle. Wir verdanken ihm alles“, ließ Monet noch 1924 wissen. Seit den 1870er Jahren unterstützte der Pariser Kunsthändler die damals höchst umstrittenen Maler, indem er neue Methoden zur Bewerbung und Verbreitung ihrer Werke erfand. Zurzeit ist ihm eine mit zahlreichen hochrangigen Leihgaben bestückte Ausstellung gewidmet, die nach ihrer ersten Station im Musée du Luxembourg noch bis Ende Mai 2015 in der Londoner National Gallery zu sehen ist und anschließend ans Philadelphia Museum of Art weiterwandert.

Der Vortrag von Dorothee Hansen stellt Paul Durand-Ruel und die Geschichte seiner Galerie ausführlich vor. Insbesondere wird seine Verkaufsstrategie in Deutschland näher beleuchtet, war dies doch – nach den USA und weit vor Frankreich – der bedeutendste frühe Absatzmarkt für die Malerei der Impressionisten. Durand-Ruel hat diesen Markt als erster systematisch erschlossen und ein Netzwerk aus Sammlern, Kritikern, Künstlern und Museumsleuten aufgebaut, die mit ihm zusammenarbeiteten. Galt dabei bislang vor allem Berlin als frühes Zentrum des Impressionismus in Deutschland, so belegen neue Recherchen, dass die Aktivitäten Durand-Ruels hierzulande in Hamburg ihren Ausgang nahmen.

VORTRAG Dr. Dorothee Hansen
MODERATION Florian Britsch, M. A.
TERMIN Donnerstag, 2. Juli 2015, 19 bis 20.30 Uhr
ORT Veranstaltungsraum der Galerie der Gegenwart
KOSTENBEITRAG 8 Euro, Studierende bis 30 Jahre 5 Euro, für Nichtmitglieder 15 Euro bzw. 10 Euro
Karten im Vorverkauf an den Kassen der Hamburger Kunsthalle
keine Anmeldung erforderlich

Dr. Dorothee Hansen
Dr. Dorothee Hansen
Studium der Kunstgeschichte, Klassische Archäologie und Mittelalterliche Geschichte in München. 1992-94 Volontariat an der Hamburger Kunsthalle. Seit Februar 1995 Kustodin für die Gemälde des 14. bis 19. Jahrhunderts an der Kunsthalle Bremen, seit 2008 außerdem stellvertretende Direktorin. Zahlreiche Ausstellungen zur Malerei des 19. und frühen 20. Jahrhunderts, u. a. „Van Gogh: Felder“, „Monet und Camille – Frauenportraits im Impressionismus“ und jetzt „Émile Bernard – Am Puls der Moderne“.