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Englische Kunst von 1730 bis 1918. Teil VI: An der Schwelle zur Moderne: Vom Impressionismus zum Vortizismus

Seminarreihe mit Dr. Alice Gudera und Florian Britsch, M. A.
08. Juni 2015 (14.00 Uhr - 18.00 Uhr)
Wir bieten dieses Seminar alternativ auch am 21. und 22. Juni 2015 an.

Nach 1850 war eine Vielzahl von Werken Turners und Constables in London öffentlich zugänglich. Während Constables Landschaftsmalerei schon zuvor insbesondere bei französischen Künstlern auf fruchtbaren Boden gefallen war, fand Turners Malweise in den 1870er Jahren vor allem bei dem in London ansässigen Amerikaner James McNeill Whistler einen Nachhall.

Unter den englischen Künstlern hatten Constable und Turner zunächst keine Nachfolger. Auch der Impressionismus, der sich von Frankreich aus verbreitete, wurde nicht sofort rezipiert. Seit den frühen 1880er Jahren fanden sich in der Grafschaft Cornwall sowie in der „Schule von Glasgow“ Künstler zur Arbeit in freier Natur zusammen – sie waren jedoch anfangs mehr von Millet und den Malern von Barbizon als von den Impressionisten selbst beeinflusst. Erst der 1885 in London gegründete „New English Art Club“ wurde zum Forum des britischen Impressionismus. Treibende Kraft war Walter Richard Sickert (1860–1942), der unter anderem bei Whistler gelernt hatte und sich seit 1883 immer wieder für längere Zeit in Frankreich aufhielt.

Sickert war auch an der Gründung der „Camden Town Group“ (1911) beteiligt, mit der die postimpressionistische Malerei in England Einzug hielt. Aus ihr ging 1913 die kubistisch inspirierte „London Group“ hervor. Im Sommer 1914 schließlich – am Vorabend des Ersten Weltkriegs – traten die „Vortizisten“ (von lat. vortex = „Wirbel“) um Percy Wyndham Lewis (1882–1957) und Ezra Pound (1885–1972) an die Öffentlichkeit, um gegen die aus ihrer Sicht noch immer im viktorianischen Geist befangene englische Kunst aufzubegehren. Fasziniert von der Großstadt und der modernen Technik, stellten sie mit ihrer aggressiven Rhetorik und abstrahierenden Werken sogar den italienischen Futurismus in den Schatten.

Die Veranstaltung findet im Seminarraum statt.

LEITUNG Dr. Alice Gudera, Florian Britsch, M. A.
TERMIN Montag, 8. Juni 2015, 14 bis 18 Uhr
KOSTENBEITRAG 29 Euro, Zuzahlung für Nicht-Mitglieder 5 Euro
Anmeldung erforderlich

 Florian Britsch, M. A.
Florian Britsch, M. A.
Studium der Kunstgeschichte, Germanistik und Geschichte in Hamburg. Fachgebiete: Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts. Als Mitarbeiter der Freunde der Kunsthalle zuständig für das Veranstaltungsprogramm. Veröffentlichungen zur Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts; Lehrauftrag an der Hochschule für Musik und Theater / Theaterakademie Hamburg.
Dr.  Alice  Gudera
Dr. Alice Gudera
Studium der Kunstgeschichte und Anglistik in Bochum und Berlin, Promotion über ein Hauptwerk der mittelalterlichen Goldschmiedekunst. Mitarbeit an Ausstellungen, Publikationen über mittelalterliche Kunst sowie Malerei des 19. und 20. Jahrhunderts. Freie Mitarbeiterin der Kunsthalle Bremen und der Freunde der Kunsthalle.