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Küchenmagd und Distelfink: Jan Vermeer und die Delfter Malerschule im 17. Jahrhundert

Seminar mit Dr. Alice Gudera
13. Juli 2015 (10.00 Uhr - 14.00 Uhr)
ausgebucht
Wir bieten dieses Seminar alternativa auch am 16.7. an.

Carel Fabritius (1622–1654), Johannes Vermeer (1632–1675) und Pieter de Hooch (1629–1684) sind die herausragenden Namen der Delfter Malerei nach der Mitte des 17. Jahrhunderts. Ihre Bilder gehören zu den besonderen Schätzen und Publikumslieblingen in den Museen der Welt.

Vermeer und de Hooch entwickelten ihre faszinierenden Bildwelten in der politisch wie wirtschaftlich aufstrebenden Stadt Delft, die in der zweiten Jahrhunderthälfte die künstlerische Vormachtstellung Haarlems abzulösen begann. Mit Vorliebe widmeten sich die Delfter Maler nun neuartigen Genredarstellungen mit wenigen Figuren im Innenraum, schufen Szenen von unvergleichlicher Stille und Eindringlichkeit, in denen eine beispiellose Stimmung des Lichts und eine künstlerisch einzigartige Raumillusion vorherrschen. Insbesondere die Kunst Vermeers verdankt sich dabei mit großer Wahrscheinlichkeit der Verwendung der damals modischen Camera Obscura und anderer optischer Geräte. Beide Künstler profitierten überdies von den Werken des Rembrandt-Schülers Fabritius. Nur wenige Bilder seines Œuvres haben sich erhalten, darunter der berühmte, durch den gleichnamigen Roman von Donna Tartt kürzlich auch zu literarischen Ehren gekommene „Distelfink“ im Mauritshuis in Den Haag.

Dessen glanzvolle Wiedereröffnung im vergangenen Jahr gibt den Anlass für unser Seminar. 1644 für Fürst Johann Moritz von Nassau-Siegen erbaut, den Gouverneur der niederländischen Kolonie Brasilien und späteren Statthalter Brandenburgs und Berater des Großen Kurfürsten, wurde das Mauritshuis 1822 königliche Gemäldegalerie. Heute beherbergt es eine der wichtigsten Sammlungen niederländischer Malerei weltweit: ein wahres Schmuckkästchen, das uns in Architektur und Ausstattung ins Goldene Zeitalter der niederländischen Kunst versetzt.

LEITUNG Dr. Alice Gudera
TERMIN Montag, 13. Juli 2015, 10 bis 14 Uhr
KOSTENBEITRAG 26 Euro, Zuzahlung für Nicht-Mitglieder 5 Euro
Anmeldung erforderlich

Dr.  Alice  Gudera
Dr. Alice Gudera
Studium der Kunstgeschichte und Anglistik in Bochum und Berlin, Promotion über ein Hauptwerk der mittelalterlichen Goldschmiedekunst. Mitarbeit an Ausstellungen, Publikationen über mittelalterliche Kunst sowie Malerei des 19. und 20. Jahrhunderts. Freie Mitarbeiterin der Kunsthalle Bremen und der Freunde der Kunsthalle.