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Zwischen Kunstwerk und Souvenir: Franz Ludwig Catel und der römische Kunstmarkt

Seminar mit Dr. des. Neela Struck
27. November 2015 (14.00 Uhr - 17.00 Uhr)

Franz Ludwig Catel (1778–1856) gehört zu den finanziell erfolgreichsten Künstlern seiner Zeit und ist heute dennoch den wenigsten ein Begriff. Von 1811 bis zu seinem Tod 1856 in seiner Wahlheimat Rom tätig, prägte Catel die deutsch-römische Künstlergemeinschaft nachhaltig und wirkte als Landschafts- und Genremaler neben seinen deutschen Kollegen Johann Christian Reinhart und Joseph Anton Koch sowie den Nazarenern. Er malte gemeinsam mit Johann Christian Dahl, war mit Berthel Thorvaldsen befreundet und vereint in seiner Malerei nordische Einflüsse mit solchen französischer, russischer und englischer Künstler.

Mitschuldig daran, dass er dennoch von der Kunstgeschichtsschreibung nahezu vergessen wurde, mag seine ausgesprochene Marktorientiertheit gewesen sein, die schon die Zeitgenossen kritisiert haben. Dank eines weit verzweigten Netzwerks kauften unzählige Reisende Catels Italienbilder. Prominente internationale Auftraggeber, darunter das preußische Königshaus, der russische Zar und König Ludwig I. von Bayern, aber auch Künstlerkollegen wie Karl Friedrich Schinkel, Leo von Klenze oder Thomas Lawrence bestellten bei ihm ihre gemalten Reiseerinnerungen. Einmal gefundene Kompositionen wiederholte Catel gern für seine Käuferschaft, so dass sich mitunter zahlreiche, untereinander nur geringfügig variierende Versionen seiner Bildfindungen erhalten haben.

Den beliebtesten Topoi der Italienreisen geht das Seminar ebenso nach wie der künstlerischen Genese einzelner Bildschöpfungen Catels vom Ursprung bis zur kontinuierlichen Weiterverwendung – vom Kunstwerk zum Reisesouvenir.

Die Veranstaltung findet in der Ausstellung statt.

LEITUNG Dr. des. Neela Struck
TERMIN Freitag, 27. November 2015, 14 bis 17 Uhr
KOSTENBEITRAG 22 Euro, Zuzahlung für Nicht-Mitglieder 3 Euro (zzgl. Eintritt)
Anmeldung erforderlich

Dr. des. Neela Struck
Dr. des. Neela Struck
Studium der Kunstgeschichte, Italoromanischen Philologie und Betriebswirtschaftslehre in Würzburg und Perugia; Dissertation über römische Bauten und deren gemalte Wiedergabe als Thema frühbarocker Herrscher-Ikonographie.