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Eine Frage der Herkunft. Provenienzforschung zur Skulpturensammlung der Hamburger Kunsthalle

Seminar mit Dr. Anna Seidel und Ulrike Sass, M. A.
08. November 2015 (14.00 Uhr - 17.00 Uhr)
abgesagt

Provenienzforschung ist an der Hamburger Kunsthalle schon lange kein Fremdwort mehr. Im jüngsten Forschungsprojekt auf diesem Feld wird die Herkunft jener Skulpturen untersucht, die vor 1945 entstanden sind und nach 1933 ins Haus kamen. Für mehr als 100 dieser Objekte sind die ehemaligen Eigentümer nicht lückenlos bekannt. Gibt es unter ihnen Bildwerke, die in der NS-Zeit verfolgungsbedingt entzogen wurden?

Eine Spur zur Beantwortung dieser Frage legen die Kunstwerke selbst: Etiketten oder handschriftliche Notizen auf den Werken geben vereinzelt Hinweise auf deren Geschichte. Gießermarken, Signaturen und Auflagenvermerke helfen, ihren Weg zurückzuverfolgen. Eine Besonderheit der Gattung ist dabei, dass oftmals nicht Unikate, sondern mehrere Exemplare angefertigt wurden. Dies gilt für Werke aus Bronze, Porzellan oder Kunststein, die seriell abgegossen werden können, aber auch für solche aus Holz oder Marmor. Nur durch die minutiöse Rekonstruktion der „Biographie“ der einzelnen Versionen lässt sich eine Verwechslung ausschließen.

Um die Provenienzen der Skulpturen zu erforschen, müssen also zunächst einige grundlegende Fragen geklärt werden. Ist das Objekt selbst von allen Seiten beleuchtet, folgt die Recherche in den Archiven. Wie kam unsere Skulptur in den Kunsthandel? Durch wessen Hände ging sie? Seit wann besaß sie der Sammler, der sie schließlich an unser Museum gab?

Die Veranstaltung gibt Einblick in die Arbeitsschritte der Provenienzforschung. Ulrike Saß und Anna Seidel, seit Januar 2015 wissenschaftliche Mitarbeiterinnen im Projekt Provenienzforschung Skulptur an der Hamburger Kunsthalle, führen vor den originalen Skulpturen in das Thema ein und zeigen anschließend im Seminarraum anhand von Dokumenten erfolgreiche Forschungspfade und hinderliche Hürden auf.

LEITUNG Ulrike Saß, M. A., Dr. Anna Seidel
TERMIN Sonntag, 8. November 2015, 14 bis 17 Uhr
KOSTENBEITRAG 24 Euro, Zuzahlung für Nicht-Mitglieder 3 Euro (zzgl. Eintritt)
Anmeldung erforderlich

 Ulrike Sass, M. A.
Ulrike Sass, M. A.
Studium der Kunstgeschichte und Klassischen Archäologie in Leipzig und Bologna. 2010 bis 2011 Volontariat am GRASSI Museum für angewandte Kunst in Leipzig. Dissertationsprojekt über die Chemnitzer Galerie Gerstenberger.
Dr. Anna Seidel
Dr. Anna Seidel
Studium der Kunstgeschichte, Archäologie und Italianistik in Göttingen, Perugia und Berlin. 2007 bis 2009 Forschungsstipendiatin an der Bibliotheca Hertziana in Rom und am Warburg Institute in London. Anschließend Volontariat am Herzog Anton Ulrich-Museum Braunschweig, Ausstellungen und Lehre an der Bauhaus-Universität Weimar, der HBK Braunschweig sowie der Universität Hamburg. Bis Januar 2017 Wissenschaftliche Mitarbeiterin zur Provenienzforschung an den Skulpturen in der Hamburger Kunsthalle.