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Das Bild der Welt und die Welt der Bilder – eine Kunstgeschichte nach Bildgattungen. Teil III: Klassizismus, Romantik, Realismus

Seminarreihe mit Rainer Donandt, M. A.
18. Oktober 2015 - 10. Januar 2016 (14.00 Uhr - 17.30 Uhr)

Das 19. Jahrhundert wird längst nicht mehr nur mit Blick auf die soziale, technische und kulturelle Entwicklung als Durchbruch zur Moderne betrachtet. Auch im Bereich der Malerei entstanden bereits um 1800 Werke, die die Tradition radikal auf den Prüfstand stellten und heute als Wegbereiter der modernen Kunst gelten.

Indem überkommene Normen und Konventionen infrage gestellt wurden, geriet auch die Hierarchie der Gattungen ins Wanken. Wenn etwa Philipp Otto Runge die Kunst der Zukunft in der Landschaft sah, dabei aber an Bilder von tiefernstem religiösem Gehalt dachte, stellte er das tradierte Rangverhältnis geradezu auf den Kopf. Die Historienmalerei, die ihren traditionellen Primat aus der Überzeugung bezogen hatte, dass allein das erzählende Bild die erhabensten Gegenstände zu verhandeln vermochte, sollte nun hinter die wegen ihrer vermeintlichen Gedankenarmut traditionell als nachrangiges Beiwerk (Parergon) oder Stimmungsträger geltende Naturdarstellung zurücktreten.

Das faszinierende Moment der Gattungsgeschichte im 19. Jahrhundert besteht freilich darin, dass die überkommenen Anschauungen nicht einfach fallen gelassen, sondern in einer fortschreitenden Auseinandersetzung hinterfragt, verschoben oder auch ironisiert werden. Werke von so unterschiedlichen Künstlern wie William Turner, Caspar David Friedrich oder Adolph Menzel lassen sich oft gar nicht verstehen, ohne ihre kalkulierten Abweichungen von den Schemata und Traditionen ihrer jeweiligen Gattung als Herausforderung an den Betrachter zu begreifen.

Die Veranstaltungen finden im Seminarraum statt.

LEITUNG Rainer Donandt, M. A.
TERMINE Sonntag, 18. Oktober, 1. November, 13. Dezember 2015; Sonntag, 10. Januar 2016, jeweils 14 bis 17.30 Uhr
KOSTENBEITRAG 95 Euro, Zuzahlung für Nicht-Mitglieder 15 Euro (zzgl. Eintritt)
Anmeldung erforderlich

 Rainer Donandt, M. A.
Rainer Donandt, M. A.
Rainer Donandt, Studium der Geschichte und Kunstgeschichte in Hamburg. Arbeitsschwerpunkte italienische Renaissance und Kunstgeschichte des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Nach Lehraufträgen an den Universitäten Hamburg, Hamburg-Harburg und Lüneburg seit Sommer 2012 in Frankfurt am Main tätig.