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Francisco de Zurbarán. Aus Anlass der Ausstellung im Museum Kunstpalast in Düsseldorf

Seminar mit Dr. Karoline Künkler
29. November 2015 (12.00 Uhr - 18.00 Uhr)

Von 1598 bis 1664 – nahezu zeitgleich verlief das Leben des spanischen Barockmalers Francisco de Zurbarán mit dem seines Kollegen Diego Velázquez (1599–1660). Wie dieser war er geprägt durch die Sevillaner Schule und fasziniert vom caravaggesken Hell-Dunkel. Dennoch, obschon Zurbarán seinerzeit zu den erfolgreichsten Malern zählte, wurde er bis zur Brüsseler Austellung 2014 über Fachkreise hinaus kaum bekannt. Im Herbst eröffnet nun das Düsseldorfer Museum Kunstpalast die erste Retrospektive in Deutschland, organisiert in Zusammenarbeit mit dem Museo Thyssen Bornemisza (Madrid). Ausgehend von den rund 70 Werken Zurbaráns in Düsseldorf präsentiert das Seminar überraschende Facetten des Siglo de Oro, des „Goldenen Jahrhunderts“ der spanischen Kunstgeschichte.

Von der stoischen Ruhe, mit der Zurbaráns karge Stillleben dem Begriff der Gattung ganze Ehre machen, profitieren seine anderen Sujets – religiöse Themen, Heiligendarstellungen, Altar- und Andachtsbilder. Beispielhaft das Lamm Gottes: Stets monumentale Einzelfigur im Vollprofil, mit gebundenen Läufen niedergestreckt in die Horizontale, die über das Auf und Ab der Körperkontur im halbgeschlossenen linken Tierauge mündet. Fast grell hebt sich vor dunklem Grund der beleuchtete Leib heraus, links mit schmerzend-scharfer Präzision auf die Wimper genau dargestellt, während die Locken des Fells rechts im Dunkel verschwimmen. Ist das ein Andachtsbild, mit halblebendigem Opferlamm als Christus-Symbol, oder ein Stillleben, das allenfalls tote Tiere zum Hauptgegenstand machen darf?

Fragen wie diese wollen wir diskutieren, wenn wir Zurbaráns introvertiertes Barock sichten – im Rekurs auf die wortzentrierte Reformation und konzentriert auf den Tenebrismo, die iberische Dunkelmalerei, die mit Zurbarán den Weg zu einer schweigsamen Moderne bahnt.

LEITUNG Dr. Karoline Künkler
TERMIN Sonntag, 29. November 2015, 12 bis 18 Uhr
KOSTENBEITRAG 40 Euro, Zuzahlung für Nicht-Mitglieder 10 Euro (zzgl. Eintritt)
Anmeldung erforderlich

Dr. Karoline Künkler
Dr. Karoline Künkler
Studium der Bildenden Kunst, Kunstgeschichte, Kunstsoziologie, Erziehungswissenschaften und Germanistik an der Kunstakademie sowie der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, dort Promotion mit der Dissertation „Aus den Dunkelkammern der Moderne. Destruktivität und Geschlecht in der Bildenden Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts“ (erschienen 2012). Dozentin und Autorin für Kunstgeschichte, Lehraufträge an den Universitäten Oldenburg und Düsseldorf.