Toggle Menu

Europa um 1800. Kunstzentren an der Schwelle zur Moderne: Rom: I. Vom Klassizismus zur modernen Landschaft

Seminar mit Rainer Donandt, M. A.
11. Dezember 2015 (15.00 Uhr - 17.30 Uhr)
ausgebucht
Der zweite Teil des Seminars findet am 22.1.2016 statt.

Um 1800 befand sich Europas Kunstwelt im Umbruch. Noch war Rom das unangefochtene Zentrum: Über Generationen gehörte ein Besuch quasi zur Pflicht eines Künstlerlebens. Seit 1666 besaß die Pariser Akademie eine Zweigstelle in der Ewigen Stadt; der alljährlich ausgeschriebene „Prix de Rome“ sollte jungen Malern, Bildhauern und Architekten vor Ort das Studium der klassischen Künste ermöglichen. Rom war damit nicht nur Ziel der adeligen „Grand Tour“, sondern auch Zentrum der Aus- und Weiterbildung talentierter Künstler.

Die Faszination der Stadt war auch im späten 18. Jahrhundert ungebrochen. Künstler strömten aus ganz Europa nach Rom. Für diese anhaltende Begeisterung gab es nun jedoch neben der Möglichkeit, die antiken Kunstwerke im Original zu studieren, noch weitere Gründe: Der Aufenthalt bot die Chance des zeitweiligen Ausstiegs aus gewohnten gesellschaftlichen Bindungen – ein Ort, so Goethe, „um vor der Welt unterzutauchen“. Stattdessen traf man sich in Kaffeehäusern, Salons sowie auf bacchantischen Festen, schloss sich zu Atelier- und Wohngemeinschaften zusammen; so mancher träumte gar von einer „römischen Künstlerrepublik“. Und schließlich trat das Studium der überwältigend schönen Natur zunehmend an die Stelle der die Antikenbegeisterung – ein Paradigmenwechsel mit weitreichenden Folgen für die Geschichte der modernen Kunst.

In unserer Seminarreihe wollen wir die wichtigsten europäischen Kunstzentren an der Schwelle zur Moderne genauer unter die Lupe nehmen – aus sozial-, architektur- und kunstgeschichtlicher Perspektive. Wo trafen sich die Künstler – und warum? Wie muss man sich das Leben der Maler und Bildhauer um 1800 und ihre Versammlungsstätten vorstellen, und welche Impulse gingen hiervon aus?

Die Reihe wird im kommenden Quartal fortgesetzt.

LEITUNG Rainer Donandt, M. A., Dr. Andreas Stolzenburg
THEMEN UND TERMINE
I. Vom Klassizismus zur modernen Landschaft (Rainer Donandt, M. A.): Freitag, 11. Dezember 2015;
II. Deutsche Künstler in Rom von Hackert bis Reinhart (Dr. Andreas Stolzenburg): Freitag, 22. Januar 2016,
jeweils 15 bis 17.30 Uhr (auch einzeln zu buchen)
KOSTENBEITRAG 18 Euro pro Veranstaltung, Zuzahlung für Nicht-Mitglieder 3 Euro (zzgl. Eintritt)
Anmeldung erforderlich

 Rainer Donandt, M. A.
Rainer Donandt, M. A.
Rainer Donandt, Studium der Geschichte und Kunstgeschichte in Hamburg. Arbeitsschwerpunkte italienische Renaissance und Kunstgeschichte des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Nach Lehraufträgen an den Universitäten Hamburg, Hamburg-Harburg und Lüneburg seit Sommer 2012 in Frankfurt am Main tätig.