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Christoffer Wilhelm Eckersberg und Jens Immanuel Baggesen: Kunst und Literatur zwischen Dänemark und Europa

Seminar mit Dr. Gabriele Himmelmann
24. Februar 2016 (14.00 Uhr - 16.30 Uhr)
ausgebucht
Wir bieten dieses Seminar alternativ auch am 23.2.2016 an.

Eckersberg war ein weit gereister Künstler. In Paris lernte er im Atelier des Klassizisten Jacques-Louis David; von 1813 bis 1816 hielt er sich in Rom auf und gehörte dort zum Kreis um den Bildhauer Bertel Thorvaldsen, der auch enge Kontakte zu den deutschen Malern in Italien pflegte. So hatte Eckersberg seinen Blick bereits weit über Dänemark hinaus gerichtet, als er 1818 eine Professur an der Kopenhagener Kunstakademie annahm.

Seine spezifische Variante des Realismus hat seine Schüler im hohen Maße geprägt: Die in Rom aufgenommene Freilichtmalerei, das genaue Studium der Natur – diese Grundsätze wurden vielfach übernommen. Hatte jedoch Eckersberg selbst noch im Austausch mit anderen europäischen Künstlern zu seiner Auffassung gefunden, so verengte sich dieser Horizont bald wieder. Dänemarks Niederlage in den napoleonischen Kriegen und ein zunehmender Nationalismus führten zur Forderung nach einer eigenen Kunst mit heimatlichen Motiven.

Als Eckersberg auf Reisen ging, hatte er einen Vorläufer in dem knapp 20 Jahre älteren Literaten Jens Immanuel Baggesen (1764–1826). Aus glühender Verehrung für den deutschen Philosophen Immanuel Kant übernahm dieser dessen Vornamen, der ihm zugleich Verpflichtung war, für die Ideale der Aufklärung einzustehen. In seinem bekanntesten Werk „Das Labyrinth oder Reise durch Deutschland, die Schweiz und Frankreich“ (1792) beschreibt Baggesen seine Eindrücke der Französischen Revolution 1789. Als wacher Beobachter der politischen Zustände hat er damit ein außergewöhnliches Zeitdokument geschaffen, das wir ins Verhältnis zu dem aufkommenden Nationalismus in Dänemark setzen wollen. So entsteht ein komplexes Bild des dänischen Kunstschaffens im 19. Jahrhundert zwischen nationaler und europäischer Perspektive.

Die Veranstaltung findet in der Ausstellung statt.

LEITUNG Dr. Gabriele Himmelmann
TERMIN Mittwoch, 24. Februar 2016, 14 bis 16.30 Uhr
KOSTENBEITRAG Kostenbeitrag 22 Euro, Zuzahlung für Nicht-Mitglieder 3 Euro (zzgl. Eintritt)
Anmeldung erforderlich

Dr. Gabriele Himmelmann
Dr. Gabriele Himmelmann
Studium der Kunstgeschichte und Literaturwissenschaften; seit Jahren freiberuflich in der Erwachsenenbildung tätig, u. a. regelmäßig für die Freunde der Kunsthalle. Außerdem Lehrbeauftragte für Kunstgeschichte am Institute of Design, der Arbeitsstelle für wissenschaftliche Weiterbildung der Universität Hamburg sowie an der TU Hamburg-Harburg.