Toggle Menu

Blickbeziehungen: Das Werk und sein Publikum

Seminar mit Dr. Anna Heinze
20. Januar 2016 (14.00 Uhr - 17.00 Uhr)
ausgebucht
Wir bieten dieses Seminar zusätzlich auch am 27.1.2016 an.

Die Rezeption eines Bildes geschieht in erster Linie mittels des Sehsinns. Über das Schauen wird eine Beziehung zwischen Werk und Publikum hergestellt, weshalb die Rolle des Betrachters in einem Kunstwerk stets mit angelegt ist. Doch wie genau entsteht diese Beziehung zwischen Bild und Betrachter? Und wie wird die Art und Weise, wie wir auf ein Bild schauen, von der Darstellung selbst vorgegeben und gesteuert? Innerhalb der Kunstgeschichte beschäftigt sich die sogenannte Rezeptionsästhetik mit diesen Fragen und untersucht die Wahrnehmung von Kunstwerken und inwieweit ihnen die Strukturen ihrer Betrachtung bereits eingeschrieben sind.

Im Laufe der Jahrhunderte wurden von Künstlern verschiedene Strategien entwickelt, um den Betrachter in die Darstellung einzubeziehen und seinen Blick zu lenken: Jan Massys‘ „Flora“ schaut uns selbstbewusst an, Caspar David Friedrichs „Wanderer über dem Nebelmeer“ dreht uns als Repoussoirfigur den Rücken zu und Jean-Léon Gérômes „Phryne vor den Richtern“ verbirgt ihren Blick vor uns. Wie die Künstler diese Blickbeziehungen herstellen und inszenieren, hängt meist eng mit dem Thema des Bildes zusammen und kann sich daher unterschiedlich gestalten. Durch Blickbeziehungen wird aber auch das Sehen selbst thematisiert und kritisch befragt: Was sind die Möglichkeiten und Grenzen von Malerei, deren Rezeption ausschließlich über das Sehen geschieht?

Vor den Originalen in der Sammlungspräsentation „Spot on“ werden wir den verschiedenen künstlerischen Strategien nachspüren und uns mit Kategorien wie dem reflexiven Blick, dem verweigerten Blick, dem gelenkten Blick sowie der Schaulust und dem voyeuristischen Blick beschäftigen, um mehr darüber zu erfahren, wie wir auf Bilder schauen und wie ein Dialograum zwischen Bild und Betrachter entsteht.

LEITUNG Dr. des. Anna Heinze
TERMIN Mittwoch, 20. Januar 2016, 14 bis 17 Uhr
KOSTENBEITRAG 22 Euro, Zuzahlung für Nicht-Mitglieder 3 Euro (zzgl. Eintritt)
Anmeldung erforderlich

Dr. Anna Heinze
Dr. Anna Heinze
Studium der Kunstgeschichte, Mittelalterlichen Geschichte und Kommunikationswissenschaften in Bamberg und Berlin. 2009 bis 2013 wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Humboldt-Universität zu Berlin. 2014 Promotion zum Motiv des liegenden Frauenaktes in der Malerei der Renaissance. Von 2013 bis 2015 Volontärin an der Hamburger Kunsthalle, seit 2016 Kuratorin für Bildende Kunst und Kunstgewerbe am Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg.