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Sinnloser Behördenaufwand oder segensreiche Notwendigkeit? Zur Novellierung des Kulturgutschutzgesetzes

Vortrag mit Dr. Lucas Elmenhorst
15. Februar 2016 (18.30 Uhr - 20.00 Uhr)
ausgebucht

Die Wogen schlagen seit Monaten hoch, besonders nachdem im Juli 2015 ein inoffizieller Entwurf des neuen Kulturgutschutzgesetzes an die Presse lanciert wurde. Kaum ein Gesetzesvorhaben wird mit einer derart hohen Emotionalität diskutiert wie die von Kulturstaatsministerin Monika Grütters geplante Novellierung des Kulturgutschutzrechts.

Mit dem Gesetz will die Bundesregierung den Schutz von Kulturgut neu regeln und vor allem die überfällige Anpassung an geltendes EU-Recht leisten. Denn für Ausfuhren in Nicht-EU-Länder gelten bereits bestimmte Ausfuhrbeschränkungen. Zudem sollen klare Sorgfaltspflichten beim Erwerb von Kulturgut – auch aus den Gebieten Syriens und des Irak – eingeführt werden.

Kritiker befürchten nun für die Zukunft eine latente staatliche Überwachung des gesamten privaten Kunstbesitzes in Deutschland. Sammler wie Künstler haben begonnen, ihre Dauerleihgaben aus deutschen Museen abzuziehen. Ebenso findet sich die Behauptung, eines der Hauptziele des Gesetzes sei es, unter Umgehung des fairen Weltmarktpreises möglichst billig an museale Kunstwerke zu kommen. Landesbehörden sollen angeblich künftig willkürlich entscheiden dürfen, was als nationales Kulturgut zu gelten habe.

Handelt es sich bei dem Abzug von Kunstwerken aus den Museen um blinden Aktionismus oder um eine berechtigte Vorsichtsmaßnahme? Ermöglicht das Gesetz tatsächlich den staatlichen Zugriff auf Kunstwerke für wenig Geld? Oder liegen hier möglicherweise bewusst geschürte Missverständnisse vor? Der Vortrag geht diesen und anderen Fragen nach, bietet eine nüchterne Analyse des Gesetzesentwurfs und im Anschluss Gelegenheit zur Diskussion.

VORTRAG Dr. Lucas Elmenhorst, M. A.
MODERATION Veronika Schöne, M. A.
TERMIN Montag, 15. Februar 2016, 18.30 bis 20 Uhr
KOSTENBEITRAG 12 Euro, Studierende bis 30 Jahre 9 Euro (ggf. zzgl. Eintritt)
Anmeldung erforderlich

Dr. Lucas Elmenhorst
Studium der Rechtswissenschaften, Romanistik, Fotografie und Kunstgeschichte in Hamburg, Berlin und Barcelona. Seit 2004 Rechtsanwalt; Kunstberater für die Key Clients der Deutschen Bank (2006–2011); Lehrbeauftragter für Kunstrecht an der Humboldt-Universität und der Universität der Künste in Berlin (seit 2012). Freier Autor beim Handelsblatt und NZZ.