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Das Bild der Welt und die Welt der Bilder – eine Kunstgeschichte nach Bildgattungen. Teil IV: Moderne und Postmoderne

Seminarreihe mit Rainer Donandt, M. A.
07. Februar 2016 - 17. April 2016 (14.00 Uhr - 17.30 Uhr)
ausgebucht

Zwar gelten schon die Jahrzehnte um 1800 als Beginn der Moderne in der Kunst. Doch verfestigt sich erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Tendenz, Modernität selbst als Problem und Aufgabe der Kunst aufzufassen. Die moderne Kunst kommt gewissermaßen zum Bewusstsein ihrer selbst, wenn etwa Charles Baudelaire 1863 den „Maler des modernen Lebens“ als einen Künstler neuen Typs proklamiert.

Mit der künstlerischen „Revolution in Permanenz“ (Ernst Gombrich) verliert das tradierte System der Bildgattungen, wie überhaupt alle tradierten Normen und Leitideen, vollends seine Legitimation. In einer Epoche, in der das „Wie“ der künstlerischen Ausdrucksweise rückhaltlos authentisch und subjektiv zu sein hatte, konnte das „Was“ der Bildgegenstände keine verpflichtenden Vorgaben mehr machen und in der ungegenständlichen Kunst sogar völlig eliminiert werden.

Und dennoch: Die Kunst wird vielstimmiger denn je, und ihre Traditionsbezüge sind mitunter komplex. Die modernen Künstler sind die ersten, die im Zeitalter der öffentlichen Kunstmuseen und illustrierten Kunstbücher leben, stets konfrontiert mit der herausfordernden Omnipräsenz der gesamten Kunstgeschichte. So nimmt es nicht Wunder, dass uns auch in der modernen Kunst immer neue Rekurse auf die Gattungsgeschichte begegnen. Die postmoderne Entpflichtung der Künste von jedweder Blaupause des Fortschritts öffnet sie vollends für Anleihen und Bezugnahmen zu allem, was unsere Kultur an Bilderschätzen und Bilderwissen akkumuliert hat. Die Welt der Bilder ist nicht mehr herkömmlich nach Gattungen klassifizierbar. Und doch lässt sie sich auf vergleichbare Typologien hin befragen, die ihrerseits ein Bild der Welt befördern mögen.

Die Veranstaltungen finden im Seminarraum statt.

LEITUNG Rainer Donandt, M. A.
TERMINE Sonntag, 7. Februar, 6. März, 17. April 2016, jeweils 14 bis 17.30 Uhr
KOSTENBEITRAG 75 Euro, Zuzahlung für Nicht-Mitglieder 15 Euro (ggf. zzgl. Eintritt)
Anmeldung erforderlich

 Rainer Donandt, M. A.
Rainer Donandt, M. A.
Rainer Donandt, Studium der Geschichte und Kunstgeschichte in Hamburg. Arbeitsschwerpunkte italienische Renaissance und Kunstgeschichte des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Nach Lehraufträgen an den Universitäten Hamburg, Hamburg-Harburg und Lüneburg seit Sommer 2012 in Frankfurt am Main tätig.