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Manet, Monet, Degas, Renoir und die Alten Meister

Seminar mit Dr. Alice Gudera
10. Juni 2016 (11.00 Uhr - 15.00 Uhr)
ausgebucht
Wir bieten dieses Seminar alternativ auch am 9.6 und 11.8.2016 an.

Anlässlich der ersten Impressionisten-Ausstellung 1874 im Pariser Atelier des Photographen Nadar hagelte es Beschimpfungen seitens des Publikums und der konservativen Kritik. Die Bilder galten als Provokation der vertrauten und noch immer hochgeschätzten Malerei der Alten Meister. Deren Zeichenkunst, die modellierten Farbflächen, harmonischen Kompositionen und Sujets aus Religion, Geschichte und Mythologie wichen bei den Impressionisten einem skizzenhaften Pinselstrich in leuchtenden Farben und zeitgenössischen Themen des Stadt- und Landlebens der Bourgeoisie. Mit Unverständnis trat man diesen Werken gegenüber, die als unfertig galten und sich von den Vorgaben der Akademie auf den ersten Blick denkbar weit entfernt hatten. Die „Maler des modernen Lebens“ schienen den Bruch mit der traditionellen Kunst herbeizuführen. Wo es in der Ausbildung noch an der Tagesordnung war, die Alten Meister im Louvre zu kopieren, kehrte Monet dem Schatzhaus der Kunst im Wortsinn den Rücken zu, wenn er vom Balkon des Museums das neue Paris malte.

Doch bei näherem Hinsehen entpuppt sich diese Sicht als zu kurz gegriffen und dem populären Blick auf den Impressionismus geschuldet. Nicht nur Manet verarbeitete Zeit seines Lebens Werke Alter Meister, insbesondere jene Goyas und Velazquez‘; auch Monet, Degas, Renoir oder Pissarro studierten die Größen der Malerei und nahmen ihre Kompositionen, Motive wie auch ihre Malweisen auf. Im Seminar wollen wir uns an eindrucksvollen Gegenüberstellungen vergegenwärtigen, wie und warum die Impressionisten die niederländische und spanische Malerei des 17. Jahrhunderts, das Barock und das französische Rokoko in Landschaft, Porträt und Genre in eine moderne Sprache übersetzten.

Die Veranstaltung findet im Seminarraum sowie in der Manet-Ausstellung statt.

LEITUNG Dr. Alice Gudera
TERMIN Freitag, 10. Juni 2016, 11 bis 15 Uhr
KOSTENBEITRAG 26 Euro, Zuzahlung für Nichtmitglieder 5 Euro (zzgl. Eintritt)
Anmeldung erforderlich

Dr.  Alice  Gudera
Dr. Alice Gudera
Studium der Kunstgeschichte und Anglistik in Bochum und Berlin, Promotion über ein Hauptwerk der mittelalterlichen Goldschmiedekunst. Mitarbeit an Ausstellungen, Publikationen über mittelalterliche Kunst sowie Malerei des 19. und 20. Jahrhunderts. Freie Mitarbeiterin der Kunsthalle Bremen und der Freunde der Kunsthalle.