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Wi(e)der die Kunst. DADA und danach

Seminar mit Dr. Karoline Künkler
18. September 2016 (12.00 Uhr - 18.00 Uhr)

Wer stets und strikt nur „anti“ ist, dem gerät das Negierte wohl oder übel zur Basis seines Gegenentwurfs. So erging es den Avantgardisten der DADA-Bewegung: Aus Protest gegen den Ersten Weltkrieg taten sie sich im Kampf gegen überkommene Traditionen zusammen und richteten ihr kreatives Handeln gegen die Kunst als solche. Weil sie jedoch just den Dynamismen verfielen, die sie zu überwinden trachteten, und mit mentaler, bisweilen faktischer Militanz vorgingen, sollte ihre Bewegung (1916-24) nur von kurzer Dauer sein. Und: Mit der Anti-Kunst brachten sie doch wieder „nur“ Kunst hervor, die zudem das Verneinte in sich trägt.

Mit dieser Dialektik im Sinn wollen wir den Dadaismus anhand von Bildzeugnissen, entstanden während der rund acht Jahre des Mit- und Gegeneinanders, ins Visier nehmen. Dabei zeichnen wir die internationale Verbreitung Dadas anhand seiner maßgeblichen Metropolen nach: Paris, wo Duchamp mit seinem ersten Ready-made „Roue de bicyclette (Fahrrad-Rad)“ (1913) begann, Strategien der Anti-Kunst zu entwickeln; New York, Sitz der „New York Dada Group“ mit Duchamp als deren Kopf; Zürich, wo 1916 das Cabaret Voltaire gegründet wurde; schließlich Berlin, Tatort des politisierten „Club Dada“.

In Kurt Schwitters, Schöpfer von „Merz” (Hannover) und „Minimax“ Ernst (Köln) werden uns zwei Einzelgänger begegnen, die den Anfang vom Ende Dadas früh bemerkt und auf je eigene Weise produktiv gewendet haben. Mit seinem Gruppenporträt „Das Rendezvous der Freunde“ (1922), das Vertreter aus dem Dada- und dem Surrealisten-Kreis vereint, markiert Max Ernst den Übergang zu einer Richtung, die das Überwirkliche schildern, ja wieder Kunst sein will. „Dadamax”, 1924 Mitbegründer des Surrealismus, sollte sich in „Loplop” verwandeln.

Das Seminar findet im Veranstaltungsraum statt.

LEITUNG Dr. Karoline Künkler
TERMIN Sonntag, 18. September 2016, 12 bis 18 Uhr
KOSTENBEITRAG 40 Euro, Zuzahlung für Nichtmitglieder 10 Euro (zzgl. Eintritt)
Anmeldung erforderlich

Dr. Karoline Künkler
Dr. Karoline Künkler
Studium der Bildenden Kunst, Kunstgeschichte, Kunstsoziologie, Erziehungswissenschaften und Germanistik an der Kunstakademie sowie der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, dort Promotion mit der Dissertation „Aus den Dunkelkammern der Moderne. Destruktivität und Geschlecht in der Bildenden Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts“ (erschienen 2012). Dozentin und Autorin für Kunstgeschichte, Lehraufträge an den Universitäten Oldenburg und Düsseldorf.