Toggle Menu

„Des Künstlers Gefühl ist sein Gesetz“ – Caspar David Friedrich, Philipp Otto Runge und die Malerei der deutschen Frühromantik

Seminarreihe mit Rainer Donandt, M. A.
28. Oktober 2016 - 13. Januar 2017 (14.00 Uhr - 17.00 Uhr)

Die Malerei der deutschen Frühromantik wird begründet von zwei fast gleichaltrigen Künstlern aus Norddeutschland: Caspar David Friedrich und Philipp Otto Runge.

Vieles verbindet sie: Ihre Herkunft aus dem kulturell randständigen Vorpommern, vor allem aber eine starke protestantische Religiosität, bei der sie Rückhalt suchten, nachdem ihnen die Ausbildung an der Kopenhagener Akademie den Weg zu einer wahrhaft zeitgemäßen Kunst nicht zu weisen vermocht hatte. Unabhängig von den Kunsttrends ihrer Zeit finden die beiden zu höchst eigenständigen Antworten auf dasselbe Problem: Wie kann ein Bild seinem Betrachter aufrichtige Erfahrungen und Einsichten emotionaler, intellektueller und spiritueller Art vermitteln, ohne sich dazu einer konventionellen Bildsprache zu bedienen? Wenn die eingeübten Sprachformen der Malerei statt geistiger Tiefe bloß schablonierte Gemeinplätze vermitteln, kann ein sendungsbewusster Künstler sie aufkündigen, ohne unverständlich zu werden?

Während Friedrichs Landschaften auf den ersten Blick wie getreue Veduten wirken, die erst durch kalkulierte Irritationsmomente auf ihren tieferen Sinn verweisen, machen Runges Hauptwerke aus ihrer visionären Konstruiertheit keinen Hehl, so sehr sie auch mit genauester Wirklichkeitsbeobachtung gesättigt sein mögen. In beiden Fällen wird die Spannung zwischen empirischer Naturtreue und spiritueller Sinnbefrachtung zur Herausforderung an den Betrachter.

Ihr einzigartiger Bestand an Werken Friedrichs und Runges macht die Hamburger Kunsthalle zum idealen Ort, um im Wechsel zwischen Lichtbildvortrag und Studium der Originale die Positionen beider Künstler herauszuarbeiten und ihren kunsthistorischen Stellenwert in der Umbruchszeit um 1800 zu verdeutlichen.

Die Seminare finden in der Sammlung sowie im Veranstaltungsraum statt.

LEITUNG Rainer Donandt, M. A.
TERMIN Freitag, 28. Oktober 2016; Freitag, 18. November 2016; Freitag, 9. Dezember 2016; Freitag, 13. Januar 2017, jeweils 14 bis 17 Uhr (nicht einzeln buchbar)
KOSTENBEITRAG 95 Euro, Zuzahlung für Nichtmitglieder 20 Euro (zzgl. Eintritt)
Anmeldung erforderlich

 Rainer Donandt, M. A.
Rainer Donandt, M. A.
Rainer Donandt, Studium der Geschichte und Kunstgeschichte in Hamburg. Arbeitsschwerpunkte italienische Renaissance und Kunstgeschichte des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Nach Lehraufträgen an den Universitäten Hamburg, Hamburg-Harburg und Lüneburg seit Sommer 2012 in Frankfurt am Main tätig.