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Die Faszination des Alten Orients. Teil III: Altorientalische Literatur im Bild: Gilgamesch und Sanherib

Seminarreihe mit Dr. Sabina Franke
11. November 2016 - 20. Januar 2017 (15.30 Uhr - 17.30 Uhr)
Nicht einzeln buchbar.

Keine andere antike Gesellschaft hat uns so viele unterschiedliche schriftliche Zeugnisse hinterlassen wie die des Alten Orients. Es handelt sich dabei nicht nur um Alltagsdokumente wie Briefe, Urkunden, Verträge, Rezepte, Gebete und Omina (Wahrsagungen), sondern auch um Hymnen, Königsinschriften und besonders literarische Texte. Diese sind zum Teil über Jahrtausende hinweg in Schulen und Tempeln bewahrt und immer wieder abgeschrieben, zum Teil aber auch verändert und weiterentwickelt worden.

Ein herausragendes Beispiel ist das Gilgamesch-Epos. Die Suche des jungen Königs Gilgamesch von Uruk nach Abenteuern, der Verlust seines besten Freundes und sein vergeblicher Kampf gegen den Tod berühren uns noch heute, so dass sich Künstler bis in die jüngste Vergangenheit immer wieder mit diesem Stoff auseinandergesetzt haben. Doch bereits im Altertum sind einzelne Episoden aus dieser Geschichte in Bildern verarbeitet worden, deren Interpretation erst in den letzten Jahren gelungen ist.

Das zweite Beispiel stammt aus einem gänzlich anderen Kontext. Der assyrische König Sanherib (705–689 v. Chr.) hat in seinem Palast die Eroberung der judäischen Stadt Lachisch im Jahre 701 darstellen lassen. Viele Wände der assyrischen Paläste wurden seit der Mitte des 9. Jahrhunderts mit Reliefs ausgeschmückt, die u. a. die Taten der Herrscher zeigen. Auf diese Weise sollten sowohl die in- und ausländischen Gäste beeindruckt als auch die Loyalität der eigenen Höflinge und Soldaten gesichert werden. Die Eroberung von Lachisch nimmt im Palast Sanheribs einen bedeutenden Raum ein, und man kann an der Darstellungsweise viele grundlegende Prinzipien der assyrischen Weltvorstellung erkennen.

Die Reihe wird fortgesetzt.

LEITUNG Dr. Sabina Franke
TERMINE Freitag, 11. November 2016; Freitag, 20. Januar 2017, jeweils 15.30 bis 17.30 Uhr (nicht einzeln buchbar)
KOSTENBEITRAG 36 Euro, Zuzahlung für Nichtmitglieder 8 Euro (zzgl. Eintritt)
Anmeldung erforderlich

Dr. Sabina Franke
Dr. Sabina Franke
Studium der Altorientalistik, Arabistik und Vergleichenden Literaturwissenschaft u.a. in Philadelphia, München und Hamburg. 1982-87 Ausgrabungen in Syrien. 1989-94 Assistentin an der Universität Würzburg. Seit 1992 in Schwerin. Seit 1994 Lehrbeauftragte (u. a. in Hamburg, Salzburg, Aarhus, HSU Hamburg), dazu Vorträge und Publikationen für allgemeines Publikum sowie archäologische Exkursionen in die Türkei.