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Die Geschichte der venezianischen Malerei von Bellini bis Tizian

Seminarreihe mit Rainer Donandt, M. A.
03. März 2017 - 17. März 2017 (14.00 Uhr - 17.30 Uhr)
nicht einzeln buchbar

In der Entwicklung der italienischen Renaissancekunst hat Venedig stets eine Sonderrolle gespielt. Bereits die Zeitgenossen suchten dies auf den Begriff zu bringen, indem sie bei den Venezianern das Hauptaugenmerk auf der Farbe („colore“) sahen, bei den Florentinern hingegen auf der Zeichnung („disegno“). Die sinnlichere, an Beleuchtungseffekten und Oberflächenreizen interessierte Malerei in der Lagunenstadt stünde demnach dem konzeptuellen Primat der Linie gegenüber, mithin auch der rationalen Erfassung der Natur der Dinge in Anatomie und Perspektive.

Nun war das Verdikt, die Venezianer beherrschten die Zeichnung nicht, von Florenz aus lanciert und durchaus abwertend gemeint: Die venezianischen Künstler wären demnach mehr oder minder unintellektuelle, auf dem Stand der mittelalterlichen Maler-Handwerker verharrende Pinselvirtuosen. Auch wenn dies den Qualitäten der venezianischen Malerei kaum gerecht wird, so hilft der ideologisch überhöhte Gegensatz doch die selbstbewusste Eigenständigkeit zu erkennen, die man sich in Venedig zu bewahren wusste, obwohl es in der reichen und wohlvernetzten Handelsmetropole nicht an Kenntnis des überregionalen Kunstgeschehens mangelte.

Tatsächlich sind es zunächst weniger die erzählenden Figurenbilder, die im Zentrum der venezianischen Kunstentwicklung stehen, sondern nahezu handlungslose, mitunter zu meditativer Intensität gesteigerte Heiligenbilder sowie Porträts und Landschaften. Erst Tizian nimmt gleichsam den kunsttheoretischen Fehdehandschuh der Florentiner auf, misst sich erfolgreich mit Michelangelo, der doch als unvergleichlich galt, und lädt die venezianische Farbenkunst auf eine Weise mit Handlung, Dramatik und Psychologie auf, die ihn zum gefragtesten Malerstar Europas aufsteigen lässt.

Die Seminarreihe findet im Veranstaltungsraum statt.

LEITUNG Rainer Donandt, M. A.
TERMINE Freitag, 3. März 2017; Freitag, 17. März 2017, jeweils 14 bis 17.30 Uhr (nicht einzeln buchbar)
KOSTENBEITRAG 49 Euro, Zuzahlung für Nichtmitglieder 10 Euro (zzgl. Eintritt)
Anmeldung erforderlich

 Rainer Donandt, M. A.
Rainer Donandt, M. A.
Rainer Donandt, Studium der Geschichte und Kunstgeschichte in Hamburg. Arbeitsschwerpunkte italienische Renaissance und Kunstgeschichte des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Nach Lehraufträgen an den Universitäten Hamburg, Hamburg-Harburg und Lüneburg seit Sommer 2012 in Frankfurt am Main tätig.