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#2330

Fremdheit und Exil im Spiegel der Kunst

Seminar mit Dr. Gabriele Himmelmann
15. Juni 2017 (16.30 Uhr - 19.00 Uhr)

Das Leben im Exil hat eine bestürzend lange Geschichte. Sie reicht bis in die Antike zurück, denkt man beispielsweise an die „babylonische Gefangenschaft“ der Israeliten. In der Neuzeit sind etwa die meist protestantischen Glaubensflüchtlinge des 16. bis 18. Jahrhunderts zu nennen, die wegen ihrer religiösen Haltung aus ihrer Heimat vertrieben wurden. Auch die Französische Revolution hatte große Flüchtlingsbewegungen zur Folge. Spätere politische Verwerfungen begründeten ebenfalls immer wieder die Flucht in andere Länder. Einen traurigen Höhepunkt erreichte schließlich der erzwungene Aufenthalt im Exil in den Jahren des Nationalsozialismus.

Es verwundert daher nicht, dass sich in etlichen Künstlerbiographien Fluchterfahrungen zeigen, die bisweilen auch ihren Niederschlag im Werk gefunden haben – bei Dominicus van der Smissen, Jean-Laurent Mosnier, Gustave Courbet und Max Beckmann, um nur einige zu nennen. Auch Paul Klee hat mit der „Revolution des Viaductes“ von 1937 einen Gegenentwurf, ein Bild des Widerstehens nach der erzwungenen Rückkehr in die ungeliebte Schweiz vorgelegt.

In unserem Seminar verfolgen wir die Spuren von Flucht und Exil in der Kunst anhand ausgewählter Werke aus der Sammlung der Kunsthalle. Abschließend geht es in die Ausstellung „WARTEN. Zwischen Macht und Möglichkeit“ – ist doch das Warten nicht nur eine alltägliche und grundlegende Erfahrung des Menschseins, sondern auch ein elementares Erlebnis der Geflüchteten. Ihre spezifische Situation wird in eindrücklichen Werken reflektiert – dies veranschaulicht einmal mehr die Tragik des Lebens im Exil.

Die Veranstaltung findet vor den Originalen statt.

LEITUNG Dr. Gabriele Himmelmann
TERMIN Donnerstag, 15. Juni 2017, 16.30 bis 19 Uhr
KOSTENBEITRAG 22 Euro (Nichtmitglieder zzgl. Eintritt)
Anmeldung erforderlich

Tage des Exils 2017, initiiert von der Herbert und Elsbeth Weichmann-Stiftung in Kooperation mit der Körber-Stiftung, der Landeszentrale für politische Bildung und der Walter A. Berendsohn Forschungsstelle für deutsche Exilliteratur

Dr. Gabriele Himmelmann
Dr. Gabriele Himmelmann
Studium der Kunstgeschichte und Literaturwissenschaften; seit Jahren freiberuflich in der Erwachsenenbildung tätig, u. a. regelmäßig für die Freunde der Kunsthalle. Außerdem Lehrbeauftragte für Kunstgeschichte am Institute of Design, der Arbeitsstelle für wissenschaftliche Weiterbildung der Universität Hamburg sowie an der TU Hamburg-Harburg.