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Vom Musentempel zum Mitmachmuseum? Das Kunstmuseum in Geschichte und Gegenwart

Seminarreihe mit Rainer Donandt, M. A.
27. Oktober 2017 - 24. November 2017 (14.30 Uhr - 17.00 Uhr)
Sitzungen nicht einzeln buchbar

Als Kind der Aufklärung und der Französischen Revolution ist das Museum eine vergleichsweise junge Einrichtung. Parallel zur Entstehung einer bürgerlichen Öffentlichkeit löste es seit dem ausgehenden 18. Jahrhundert die exklusiven Kunst- und Wunderkammern der Renaissance und des Barock ab.

Die damit verbundenen Ziele und Erwartungen waren freilich höchst unterschiedlich: Hatte das 1793 im Pariser Louvre eingerichtete erste öffentliche Kunstmuseum der Geschichte vor allem auf (kunst-)historische Bildung gesetzt, so inszenierte Karl Friedrich Schinkel seinen Museumsbau am Berliner Lustgarten knapp 40 Jahre später ausdrücklich als quasi-sakrale Weihestätte, als Tempel der Künste. In jüngster Zeit werden dagegen verstärkt partizipatorische Konzepte erprobt, in denen die Begegnung der altehrwürdigen Institution mit dem unvoreingenommenen Blick von Laien produktiv gemacht werden soll – wie zuletzt in der Hamburger Kunsthalle mit der Ausstellung „Open Access“. Bereits der erste Hamburger Direktor Alfred Lichtwark hatte mit seinem Verständnis des Museums als ästhetischer Bildungsanstalt die individuelle Begegnung mit Kunst in den Mittelpunkt gestellt, nicht den Erwerb wissenschaftlicher Kenntnisse.

Wozu also sollen Kunstmuseen dienen? Sollen sie Bildung vermitteln? Sollen sie umgekehrt ihre wissenschaftliche Expertise zurücknehmen, um die je eigenen Erfahrungen der Besucher nicht zu verstellen? Sollen sie an gemeinsame Bedürfnisse jenseits gesellschaftlicher Konflikte appellieren oder an den Mut, diese offen auszufechten?

Mit einigen Schlaglichtern auf Geschichte und Gegenwart des Kunstmuseums soll die Seminarreihe diese Fragen in eine historische Perspektive rücken und zeigen, wie die Institution seit ihrer Entstehung unser Bild von der Kunst und von dem, was sie uns nützen könnte, mitgeprägt hat.

LEITUNG Rainer Donandt, M. A.
TERMINE Freitag, 27. Oktober 2017; Freitag, 10. November 2017; Freitag, 24. November 2017, jeweils 14.30 bis 17 Uhr (nicht einzeln buchbar)
KOSTENBEITRAG 68 Euro, Zuzahlung für Nichtmitglieder 10 Euro (zzgl. Eintritt)
Anmeldung erforderlich

 Rainer Donandt, M. A.
Rainer Donandt, M. A.
Rainer Donandt, Studium der Geschichte und Kunstgeschichte in Hamburg. Arbeitsschwerpunkte italienische Renaissance und Kunstgeschichte des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Nach Lehraufträgen an den Universitäten Hamburg, Hamburg-Harburg und Lüneburg seit Sommer 2012 in Frankfurt am Main tätig.