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Kunstgeschichte und Feminismus: Ein neuer Blick auf die Kunst

Seminarreihe mit Dr. Annegret Friedrich
01. Dezember 2017 - 15. Dezember 2017 (14.00 Uhr - 17.00 Uhr)

„Why have there been no great woman artists?“ – Diese Frage stellte die amerikanische Kunsthistorikerin Linda Nochlin in ihrem berühmt gewordenen Aufsatz von 1971. Sie lieferte auch sogleich eine Fülle von Antworten, indem sie historische, institutionelle und strukturelle Ursachen benannte und damit jegliche auf der „Natur“ der Frau basierenden Erklärungsmuster zurückwies.

Seit dieser Zeit haben feministische Einsprüche, Aktionen und Analysen die Welt der Kunst verändert. Dabei ging es von Anfang an nicht nur darum, „vergessene“ Künstlerinnen wiederzuentdecken und dem Kanon einzugliedern, sondern diesen selbst zu hinterfragen. Welche Rolle spielen die patriarchalen Meistererzählungen, die Vater-Sohn-Genealogien bevorzugen, die Leistungen von Frauen in Kunst und Wissenschaft dagegen immer wieder zum Verschwinden bringen – der sogenannte „Matilda-Effekt“ – oder sie allenfalls unter dem Etikett der „Ausnahmefrau“ zulassen?

Verschiedene Autorinnen haben die Hierarchisierung der künstlerischen Medien und Materialien hinterfragt und den spezifischen Blickwinkel weiblicher Künstler in der Moderne untersucht. Andere thematisierten die visuell vermittelten Konstruktionen von Geschlecht und geschlechtsspezifischem Blickregime, von Sehen und Gesehenwerden. Neuere Interventionen von Seiten der „queer“- und „women of colour“-Bewegungen machen die Ausschlussmechanismen der weißen, westlichen, bürgerlichen, heterosexuellen Normen sichtbar.

In unserem Seminar sollen anhand ausgewählter Texte grundlegende Aspekte der feministischen Kunstwissenschaften vorgestellt werden. Wir wollen aber auch fragen, welche Künstlerinnen im Zentrum der Debatten standen und wie die Kunst ihrerseits auf die veränderten Fragestellungen reagiert hat. Wie hat die Kunst die Theorie und die Theorie die Kunst beeinflusst?

LEITUNG Dr. Annegret Friedrich
TERMINE Freitag, 1. Dezember 2017; Freitag, 15. Dezember 2017; jeweils 14 bis 17 Uhr (nicht einzeln buchbar)
KOSTENBEITRAG 44 Euro, Zuzahlung für Nichtmitglieder 10 Euro (zzgl. Eintritt)
Anmeldung erforderlich

Dr.  Annegret Friedrich
Dr. Annegret Friedrich
Studium der Kunstgeschichte, Geschichte und Musikwissenschaft in Karlsruhe, Tübingen und Hamburg; Promotion 1993. Lehrte an der HBK Braunschweig und den Universitäten Trier, Gießen und Hamburg; lebt seit 2008 als freiberufliche Dozentin und Studienreiseleiterin in Hamburg.