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Bildersturm damals und heute: Die Zerstörung des Alten Orients

Seminarreihe mit Dr. Sabina Franke
17. November 2017 - 12. Januar 2018 (15.30 Uhr - 17.30 Uhr)
abgesagt

In den letzten Jahren mussten wir Zeugen einer gründlichen Zerstörung des Vorderen Orients, insbesondere des Irak und Syriens, werden. Die Auflösung staatlicher Strukturen, die Vernichtung eines großen Teils von Palmyra, die planvolle Sprengung von Teilen des bedeutenden Palastes von Assurnasirpal in Kalhu/Nimrud und der assyrischen Hauptstadt Dur-Šarrukin/Chorsabad oder die Plünderung der Museen in Baghdad und Mossul haben weitreichende Konsequenzen sowohl für die betroffenen Länder als auch für uns, denn auf diese Weise wurde bewusst die Auslöschung eines bedeutenden Teils des kulturellen Erbes der Menschheit betrieben.

Im ersten Teil des Seminars werden nach einer kurzen Übersicht über die Geschichte der Zerstörungen seit 2003 einzelne Orte wie Kalhu, Dur-Šarrukin oder Ninive sowie Palmyra in ihrem ausgegrabenen Zustand vorgestellt. Wie können Wissenschaftler und Öffentlichkeit heute reagieren? Was wird unternommen, um die Orte zu retten, zu sichern oder gar wiederherzustellen? Welche Folgen für die Wahrnehmung hat dies?

Im zweiten Teil wollen wir untersuchen, ob es eine Tradition des „Bildersturms“ im alten Vorderen Orient, d. h. bis 539 v. Chr., gab, die mit den modernen Zerstörungen verglichen werden kann. Dazu soll zunächst erläutert werden, welche Funktion Bilder im Alten Orient hatten und wieviel öffentliche Bildkunst es überhaupt gab. Aus allen Zeiten kennen wir Raub- und Plünderungszüge, in deren Folge die Herrscher Beutestücke mit nach Hause brachten, um sie dann, mit einer neuen Inschrift versehen, in ihrem eigenen Palast aufzustellen. So befand sich etwa die bekannte Gesetzesstele des König Hammurapi ursprünglich in Sippar in der Nähe von Baghdad, wurde aber 1901 in Susa im heutigen Iran gefunden. Unter welchen Umständen kam sie dorthin und was geschah dort mit ihr?

LEITUNG Dr. Sabina Franke
TERMINE Freitag, 17. November 2017; Freitag, 12. Januar 2018, jeweils 15.30 bis 17.30 Uhr (nicht einzeln buchbar)
KOSTENBEITRAG 36 Euro, Zuzahlung für Nichtmitglieder 10 Euro (zzgl. Eintritt)

Anmeldung erforderlich

Dr. Sabina Franke
Dr. Sabina Franke
Studium der Altorientalistik, Arabistik und Vergleichenden Literaturwissenschaft u.a. in Philadelphia, München und Hamburg. 1982-87 Ausgrabungen in Syrien. 1989-94 Assistentin an der Universität Würzburg. Seit 1992 in Schwerin. Seit 1994 Lehrbeauftragte (u. a. in Hamburg, Salzburg, Aarhus, HSU Hamburg), dazu Vorträge und Publikationen für allgemeines Publikum sowie archäologische Exkursionen in die Türkei.