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Landschaftsmalerei in England von Thomas Gainsborough bis William Turner

Seminarreihe mit Florian Britsch, M. A. und Dr. Alice Gudera
08. März 2018 - 15. März 2018 (11.00 Uhr - 15.00 Uhr)
Termine nicht einzeln buchbar

Bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts hatte die Landschaftsmalerei in England nur eine untergeordnete Bedeutung. Innerhalb weniger Jahrzehnte stieg sie dann nicht nur zur führenden Gattung auf. Innerhalb Europas kam ihr auf dem Weg in die Moderne sogar eine Vorreiterrolle zu. Aus Anlass der großen Gainsborough-Ausstellung wollen wir den rasanten Aufstieg der englischen Landschaftsmalerei zwischen 1750 und 1850 in seinen wesentlichen Etappen nachvollziehen.

Am Anfang steht ein Blick auf die Geschichte des englischen Landschaftsgartens. Er avancierte seit den 1730er-Jahren zum Gegenmodell des Barockgartens französischer Prägung und galt in seiner inszenierten „Natürlichkeit“ als Ausdruck aufgeklärter „democracy“. Gleichzeitig war er die gebaute Umsetzung klassischer Ideallandschaften. In Italien ausgebildete Künstler wie Richard Wilson (1713–1782) übertrugen das klassische Schema auch in ihren Gemälden auf die heimatliche, britische Landschaft. Im Zuge der verstärkt einsetzenden Reisetätigkeit wurden nun zunehmend auch „unklassische“ Gegenden bildwürdig, etwa die „erhabenen“ Gebirgslandschaften in Schottland und Wales oder – wie in den Coalbrookdale-Ansichten Philippe Jacques de Loutherbourgs (1740–1812) – die neuartige Industrielandschaft.

Die unerlässlichen Naturstudien vor Ort – in Öl oder Aquarell – führten dabei zugleich zu einer neuen Sensibilität für das künstlerische Material sowie die abstrakten Qualitäten des Bildes. An all dies konnte die nachfolgende Generation, allen voran die Landschaftsmalerei eines John Constable (1776–1837) oder William Turner (1775–1851), anknüpfen. Beide fanden in ihren Bildern auf je eigene Weise ein künstlerisches Äquivalent für eine Epoche im Umbruch und stießen damit endgültig das Tor zur Moderne auf.

Die Seminarreihe findet im Veranstaltungsraum statt.

LEITUNG Dr. Alice Gudera, Florian Britsch, M. A.
TERMINE Donnerstag, 8. März 2018; Donnerstag, 15. März 2018, jeweils 11 bis 15 Uhr (nicht einzeln buchbar)
KOSTENBEITRAG 55 Euro, Zuzahlung für Nichtmitglieder 10 Euro (zzgl. Eintritt)
Anmeldung erforderlich

Dr.  Alice  Gudera
Dr. Alice Gudera
Studium der Kunstgeschichte und Anglistik in Bochum und Berlin, Promotion über ein Hauptwerk der mittelalterlichen Goldschmiedekunst. Mitarbeit an Ausstellungen, Publikationen über mittelalterliche Kunst sowie Malerei des 19. und 20. Jahrhunderts. Freie Mitarbeiterin der Kunsthalle Bremen und der Freunde der Kunsthalle (www.alicegudera.de).
 Florian Britsch, M. A.
Florian Britsch, M. A.
Studium der Kunstgeschichte, Germanistik und Geschichte in Hamburg. Fachgebiete: Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts. Als Mitarbeiter der Freunde der Kunsthalle zuständig für das Veranstaltungsprogramm. Veröffentlichungen zur Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts; Lehrauftrag an der Hochschule für Musik und Theater / Theaterakademie Hamburg.