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Englische Gärten in Hamburg: Die Gartenrevolution an der Elbchaussee

Seminar mit Dr. Katrin Schmersahl
18. März 2018 (11.00 Uhr - 15.00 Uhr)

Entlang des nordwestlichen Elbufers erstreckt sich zwischen Altona und Blankenese ein fast durchgängiger grüner Gürtel aus Parkanlagen. Ob als Lustgarten angelegt, als Englischer Garten oder als „Ornamented Farm“ – die Parks entlang der Elbchaussee bieten abwechslungsreiche Ausblicke und erzählen zugleich Geschichte.

Bereits in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts ließen sich Hamburger Kaufleute für ihre Sommersitze im Osten der Stadt Gärten im damals üblichen niederländisch-französischen Stil anlegen. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts trat ein neuer Gartenstil hinzu: Jetzt schufen Altonaer und Hamburger Kaufleute am Hohen Elbufer Parks im Stil des Englischen Landschaftsgartens und errichteten dazu weiße Landhäuser. Die neue klassizistische Architektur und die moderne Gartenkultur, sie beide repräsentieren – als Metapher politischer Freiheit – den in der Zeit der Aufklärung angestrebten Wandel gesellschaftlicher Ordnung.

Während die traditions- und einflussreichen protestantischen Familien auch weiterhin ihre Gärten im Osten der Stadt anlegten, waren es entlang der Elbchaussee die wirtschaftlich erfolgreichen, aufstrebenden Familien, deren Vorfahren (oder sie selbst) aus England (wie Thornton und Parish), Holland (z. B. van der Smissen, Brandt) oder Frankreich (Rainville, Jacques) kamen – zumeist Nicht-Lutheraner, d. h. Reformierte, Anglikaner, aber auch Mennoniten und Juden (wie Salomon Heine). Nun gibt es allerdings zwei interessante Ausnahmen von dieser Regel, die jedoch den Zusammenhang von Gartenstil und Politik bzw. gesellschaftlichen Utopien umso deutlicher werden lassen: Caspar (später: Freiherr von) Voght und Georg Heinrich Sieveking, beide erklärte Verfechter der Ideale der Aufklärung.

Das Seminar findet im Veranstaltungsraum statt.

LEITUNG Dr. Katrin Schmersahl
TERMIN Sonntag, 18. März 2018, 11 bis 15 Uhr
KOSTENBEITRAG 26 Euro, Zuzahlung für Nichtmitglieder 5 Euro (zzgl. Eintritt)
Anmeldung erforderlich

Dr. Katrin Schmersahl
Dr. Katrin Schmersahl
Studium der Geschichte und Literaturwissenschaft in Tübingen und Hamburg, promovierte Historikerin. Teilnahme am Forschungsprojekt „Geschlechtergeschichte der Politik“; wissenschaftliche Mitarbeiterin und Lehrbeauftragte an der Universität Hamburg. Seit Jahren in der Erwachsenenbildung engagiert und begeisterte „Elbläuferin“ und Parkführerin (www.elbblicke.de). Jüngste Veröffentlichungen u. a.: „Hamburger Elbblicke. Die Geschichte der Parks, Landhäuser und Familien entlang der Elbchaussee“ sowie gemeinsam mit Jürgen Weber „Spaziergänge am Elbufer und durch die Parks“ (beide 2012).