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„Es muss hoch sein“ – Eine kurze Geschichte des Wolkenkratzers

Semianrreihe mit Rainer Donandt, M. A.
02. März 2018 - 13. April 2018 (14.30 Uhr - 17.30 Uhr)
Termine nicht einzeln buchbar

„Es muss hoch sein – jeder Zoll an ihm muss hoch sein. Die Kraft und Gewalt der Höhe müssen in ihm sein – der Glanz und der Stolz der Begeisterung.“ So beschwor 1896 der visionäre Architekt Louis H. Sullivan aus Chicago in seinem Essay „Das große Bürogebäude, künstlerisch betrachtet“ das ästhetische Prinzip des Wolkenkratzers.

Der neue Bautyp steckte damals noch in den Kinderschuhen. Als erstes Beispiel gilt das nur zwölf Jahre zuvor errichtetes Home Insurance Building in Chicago mit gerade einmal zehn Geschossen und 42 Metern Höhe. Dennoch waren hier mit der Eisenskelettbauweise, Aufzügen und Klimaanlage erstmals die technischen Voraussetzungen für ein rasantes Höhenwachstum vereint, dessen Rekordmarken der Welt den Atem verschlagen sollten: 1931 setzt sich in New York das Empire State Building mit seinen 443 Metern an die Spitze, seit 2010 gilt das Burj Khalifa in Dubai mit 830 Metern als das höchste Gebäude der Erde.

Ein Kernsatz in Sullivans Aufsatz dürfte sich in dieser Entwicklung indessen kaum bewahrheitet haben: „form follows function“. Die aberwitzig teuren „vanity skyscaper“, wie sie seit Ende des 20. Jahrhundert bevorzugt außerhalb der USA entstehen, huldigen nicht mehr den pragmatischen Erfordernissen der modernen Dienstleistungsgesellschaft, sondern sind zu Ikonen wirtschaftlicher und politischer Geltungsansprüche geworden.
 
Das Seminar wird nicht nur die spannende Entwicklungsgeschichte des Hochhauses verfolgen, wie sie sich vor allem in den Zentren von Chicago und New York entfaltet hat. Es soll auch die anhaltende Faszination des Wolkenkratzers in den Blick genommen werden, wie sie sich in zahlreichen Stadtutopien und Hochhausvisionen europäischer Künstler und Architekten niedergeschlagen hat, und die ebenso anhaltende Kritik zur Sprache kommen, der das Bauen in Superlativen begegnet.

LEITUNG Rainer Donandt, M. A.
TERMINE Freitag, 2. März 2018; Freitag, 23. März 2018; Freitag, 13. April 2018, jeweils 14.30 bis 17.30 Uhr (nicht einzeln buchbar)
KOSTENBEITRAG 72 Euro, Zuzahlung für Nicht-Mitglieder 10 Euro (zzgl. Eintritt)
Anmeldung erforderlich

 Rainer Donandt, M. A.
Rainer Donandt, M. A.
Rainer Donandt, Studium der Geschichte und Kunstgeschichte in Hamburg. Arbeitsschwerpunkte italienische Renaissance und Kunstgeschichte des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Nach Lehraufträgen an den Universitäten Hamburg, Hamburg-Harburg und Lüneburg seit Sommer 2012 in Frankfurt am Main tätig.